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Remscheid
Schneewittchen und der einsame Zwerg

Remscheid: Schneewittchen und der einsame Zwerg
Kristina Otten spielt die Rolle des Schneewittchens bei der Premiere des Westdeutschen Tourneetheaters am Sonntag. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Das Westdeutsche Tourneetheater spielt am Sonntag eine moderne Fassung des Grimmschen Märchens. Von Anna Mazzalupi

Schneewittchen - das Märchen nach den Gebrüdern Grimm - kennt wohl jeder. Mit der Premiere am Sonntag im Westdeutschen Tournee Theater (WTT) wartet auf die Gäste jedoch eine unbekannte Version des Märchenklassikers.

Der Wiener Autor Raphael Protiwensky-Schenk hat den traditionellen Stoff 2011 aufgegriffen und für die heutige Zeit neu interpretiert. Das Ensemble des WTT bestreitet mit der Inszenierung am 8. November die Uraufführung. "Bisher hat sich noch keiner da ran gewagt", sagt Claudia Sowa, WTT-Intendantin und Regisseurin von "Schneewittchen".

Das Besondere an der Bühnenfassung: Es ist für vier Darsteller geschrieben. Moment: vier? Aber Schneewittchen trifft doch auf sieben Zwerge. Der Clou: Zwerg Egon ist der letzte verbliebene Zwerg im Wald. Die übrigen sechs sind ausgezogen, weil es ihnen zu langweilig geworden ist. Damit Egon jedoch nicht so alleine ist, hat er begonnen, die Stimmen der anderen nachzumachen und mit sich selbst zu sprechen. "Der eine Zwerg war tatsächlich der Grund dafür, sich für das Stück zu entscheiden", sagt Sowa.

Die Rahmenhandlung bleibt jedoch dieselbe. Stiefmutter, Jäger, der Spiegel und auch der Märchenprinz kommen vor, Schneewittchen und Egon werden Freunde. Auch die Botschaft bleibt gleich. "Zuviel Eitelkeit ist nicht gut. Es kommt auf die innere Schönheit an. Nur der Schluss ist bei uns etwas anders als im Original", deutet die Regisseurin mit einem Augenzwinkern an. "Es ist wichtig, dass das Kinderstück nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen unterhält", sagt Zwergen-Darsteller Björn Lukas. Seine größte Herausforderung war es, jedem der Zwerge einen eigenen Charakter zu geben, den man jederzeit wiedererkennen kann. "Der Autor hatte eine nette Idee, von sieben Zwergen wegzukommen, auf einen, der verwirrend ist", sagt Lukas.

Das Stück einzustudieren, hat allen Schauspielern große Freude bereitet. "Wann kann man schon mal so herrlich böse sein", meint Verena Sander, die sich in ihrer Rolle als böse Stiefmutter wohlfühlt. Björn Lenz wird in einer Doppelrolle Jäger und Märchenprinz spielen. Eine Herausforderung für Schneewittchen-Darstellerin Kristina Otten war es, die Ausgeglichenheit zwischen naivem Mädchen und einer Portion Verrücktheit zu wahren.

Für die Premiere am Sonntag, 8. November, 16 Uhr, gibt es noch wenige Restkarten. Infos unter www.wtt-remscheid.de.

Quelle: RP
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