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Remscheid
Schon zehn Tonnen Farbe für die Brücke

Remscheid: Schon zehn Tonnen Farbe für die Brücke
$ Anstricharbeiten in luftiger Höhe umgeben von Natur: Das obere Drittel des 70 Meter hohen Pfeilers 6 der Brücke ist bereits entrostet und neu gestrichen. Jetzt wird im mittleren Bereich der Korrosionsschutz aufgetragen, erkennbar an den weißen Planen. FOTO: Kempner, Martin (mak)
Remscheid. In diesem und auch im nächsten Jahr erhält der 107 Meter hohe Stahlkoloss in Müngsten einen neuen Anstrich. Rund 100 Tonnen Farbe werden es am Ende sein. Gearbeitet werden kann immer nur in kleineren Abschnitten. Von Günter Tewes

Der "Müngstener" hält pünktlich am Gleis in Schaberg. Gerade über Pfingsten war der Bahnhof kurz vor der 107 Meter hohen Brücke Ausgangspunkt zahlreicher Wanderer für ihre Tour hinunter zur Wupper in den Brückenpark und weiter in das Waldgebiet. Verspätungen durch einen längeren, beschwerlicheren Weg zur Arbeit - ausgelöst durch den Umstieg in den Schienenersatzbus angesichts der Sanierung der Brücke - brauchen all die Pendler, die auf die "S 7" angewiesen sind, nicht zu befürchten. Wegen der laufenden Arbeiten ist eine erneute Sperrung der S-Bahnstrecke zwischen Solingen und Remscheid nicht mehr vorgesehen, bekräftigt Bahnsprecher Dirk Pohlmann.

Falls dies wider Erwarten dennoch für einen kurzen Zeitraum erforderlich sein sollte, sollen die Arbeiten in den nächtlichen Zugpausen stattfinden, um den Fahrplan nicht zu beeinträchtigen. Pendlern dürfte jedenfalls noch die mehr als zweijährige "Leidenszeit" mit verlängerten Fahrtzeiten durch den Schienenersatzverkehr in den Knochen stecken, als die S-Bahn die Müngstener Brücke mit Unterbrechungen bis zum Sommer vergangenen Jahres nicht passieren konnte: wegen der Erneuerung des Brücken-Gleisaufbaus auf der gesamten Länge von 465 Metern und dem Austausch der 28 alten Rollenlager, die die Bewegung der Stahlkonstruktion abfedern, sowie einem Hangrutsch auf der Remscheider Seite, der die Strecke blockierte.

# Der 465 Meter lange Stahlkoloss in Müngsten bekommt einen neuen Anstrich. Das dauert. In diesem und im gesamten nächsten Jahr wird daran noch gearbeitet. FOTO: Kempner, Martin (mak)

Jetzt laufen die aufwändigen Korrosionsschutz-Arbeiten an dem Stahlkoloss. Die ersten rund zehn Tonnen des neuen Anstrichs sind aufgetragen; gut 100 Tonnen werden es am Ende insgesamt sein. Das obere Drittel des 70 Meter hohen Pfeilers 6 auf der Remscheider Seite ist bereits entrostet und neu gestrichen, ebenso 45 Meter der Gerüstbrücke unterhalb der Fahrbahn. In diesem und auch im gesamten nächsten Jahr dauern diese Arbeiten noch an. Rund 50.000 Quadratmeter der Konstruktion müssen strahlentrostet werden. Dazu werden alleine 4000 Tonnen Strahlmittel verwendet.

Der anschließende Anstrich erfolgt in vier Arbeitsgängen: Grundierung, zwei Zwischenfarbschichten, schließlich der Deckanstrich in "DB 705", ein Dunkelgrau. Parallel werden Stahlträger verstärkt beziehungsweise ausgetauscht, falls sich nach dem Entrosten Schäden zeigen sollten. Zusätzliche Schwierigkeit ist die statische Last, die bei einem Sturm seitlich auf die Brücke drückt. Damit die nicht zu groß wird, müssen die Korrosionsschutz-Arbeiten, eingehüllt von weißen Kunststoffplanen, in rund 60 kleinere Abschnitte aufgeteilt werden. Denn der alte Farbanstrich, der noch Bleimennige enthält, muss beim Sandstrahlen samt Strahlschutt gänzlich abgesaugt und vollständig entsorgt werden.

Das ist die Müngstener Brücke FOTO: Jürgen Mol

30 Millionen Euro investiert die Bahn in die Sanierung des 119 Jahre alten, denkmalgeschützten Bauwerks. "Es hält sich im geplanten Kostenrahmen", sagte Bahn-Pressesprecher Dirk Pohlmann. Nach der Grundsanierung soll Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke zumindest für die nächsten 30 Jahre befahrbar sein, auch für Güterzüge und selbst für historische Dampfloks beim Brückenfest.

Quelle: RP
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