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Remscheid
Schonraum für Start in ein selbstständiges Leben

Remscheid. Die Evangelische Jugendhilfe unterstützt Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen / Lions spenden 3000 Euro. Von Anna Mazzalupi

Das Ziel der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land (EJBL) ist klar: Kinder und Jugendliche, die aufgrund der bisherigen Lebensumstände in der Familie nicht zurechtkommen, soweit zu unterstützen, dass sie ihr Leben selbstständig regeln können. Im Aufnahme- und Clearingzentrum am Waldhof in Remscheid bietet die EJBL bis zu 16 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen sechs und 17 Jahren in zwei Wohngruppen einen Schon- und Schutzraum. Ein wichtiger Baustein ist die schulische Förderung. "Manche gingen fast ein Jahr lang nicht zur Schule, bevor sie zu uns kamen", erzählt Silke Gaube, Geschäftsleiterin der EJBL. Gründe dafür seien zum Beispiel ein Protest gegen die Eltern.

Mit Hilfe der Einrichtung lernen die Schützlinge den Schulalltag wieder kennen, definieren Ziele für einen bestimmten Schulabschluss, eine Ausbildung oder ein Studium, um nach der Betreuungszeit bestmögliche Startmöglichkeiten zu haben. Wer möchte, kann selbstständig um Nachhilfe bitten. Dafür gibt es einen internen Nachhilfelehrer, der Jugendliche ab der neunten Klasse betreut und ihnen auch als Erlebnispädagoge bekannt ist. Er ist in allen Einrichtungen der EJBL mit über 100 Kindern und Jugendlichen in Wermelskirchen und Remscheid unterwegs, in denen zurzeit auch vermehrt unbegleitete, minderjährige Flüchtlingskinder leben. Außerdem gibt es ehrenamtliche Hilfe sowie die klassische Schülerhilfe oder die Betreuung durch andere Nachhilfeinstitutionen.

Nicht immer können allerdings das Jugendamt oder die Eltern für die Kosten aufkommen. Umso größer war die Freude über die Spende des Lions Club Wermelskirchen-Wipperfürth, der 3000 Euro aus dem Erlös des Adventskalenderverkaufs an die EJBL spendete.

Rund 1000 Euro fließen in das Nachhilfeangebot. "Es ist ganz wichtig, den jungen Menschen, die es auch wollen, Hilfe zu geben und in eine Ausbildung oder ein Studium zu bringen", sagt Wilfried Kölpin, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Lions Clubs. Deshalb will sich der Club auch aktiv durch seine Mitglieder beteiligen. "Noch mehr Wert als Gelspenden haben Menschen aus der Praxis, die den Kinder etwas Gutes wollen und zum Beispiel dabei helfen, sich auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten", erklärt Gaube.

Der Rest ist für die Erneuerung des Clearingzentrums gedacht. Die Sanierung des Hauses aus den 50er Jahren wird zwar vom neuen Vermieter getragen, die Inneneinrichtung muss die Jugendhilfe jedoch selbst stemmen. Dazu zählen etwa neue Kleiderschränke.

Quelle: RP
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