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Remscheid
Schüler berichten über Widerstand im 3. Reich

Remscheid. EMA-Gymnasium holte Wander-Ausstellung ins Ämterhaus. Schau wurde um Remscheider Aspekte ergänzt. Von Cristina Segovia-Buendía

Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA) hat eine Wanderausstellung zum Thema Widerstand im Nationalsozialismus nach Remscheid geholt: Im Ämterhaus kann sie die nächsten zwei Wochen von interessierten Bürgern besucht werden. Fachkundige EMA-Schüler, die sich mit ihrer AG am Projekt beteiligt und sich auch mit Remscheider Widerstandskämpfern beschäftigt haben, bieten zudem auch kostenlose Führungen durch die beeindruckende Ausstellung an.

"Was konnten sie tun?" fragt die Wanderausstellung, die sich die EMA von der Berliner "Gedenkstätte Deutscher Widerstand" ausgeliehen hat und diese Woche im Ämterhaus eröffnete. Unter dem Titel "Widerstand gegen den Nationalsozialismus zwischen 1939 und 1945", zeigen die 25 Paneele Gesichter von Menschen, wie die der Geschwister Scholl, Georg Elser oder Claus Schenk Graf von Stauffenberg, die sich dem Naziregime widersetzten. Mutige Zeitgenossen, die mit der Verteilung von Flugblättern, Zerstörung von Propagandaausstellungen oder Putschversuchen ihr Leben aufs Spiel setzten, um gegen das verbrecherische Regime anzukämpfen.

Mit bewegenden und mahnenden Worten eröffneten Schulleiter Hans Heinz Schumacher, sein Stellvertreter und Initiator Olaf Wiegand, Sozialdezernent Thomas Neuhaus und Johannes Kessler vom Bergischen Geschichtsverein die Ausstellung. Das Thema sei heute nach wie vor präsent. "Wir haben heute wieder in einigen Kommunen geistige Brandstifter im Stadtrat sitzen", sagte Wiegand. Er sieht es als wichtige Aufgabe der Schule, "unsere Kinder zu Demokratie, Vielfalt und Toleranz zu erziehen".

Sozialdezernent Thomas Neuhaus lobte die Ausstellung im Ämterhaus als wichtigen Beitrag, um die Bevölkerung aufzurütteln. "Wir müssen uns regelmäßig damit auseinandersetzen, um eine menschenfreundliche Haltung zu bewahren."

Beeindruckend war auch die reflektierte Meinung von Paula Kurpiers und Hauke Kutz, die stellvertretend für die Schüler der AG sprachen. "Für uns Schüler ist diese Auseinandersetzung wichtig, denn niemand sollte wegen seiner Religion oder Nationalität verfolgt werden", sagte Kutz. Die beiden 16-Jährigen gehören zu einer rund 15-köpfigen Gruppe von Schülern ab der 9.Klasse, die sich in einer AG unter anderem auch mit den Remscheider Widerstandskämpfern beschäftigt haben. "Diese kranken Massenmorde sind auch in Remscheid geschehen", sagte Kutz. Glücklicherweise hätten sich auch hier über 500 Bürger - unter anderem Artur Becker oder das Ehepaar Salz - dem Regime widersetzt.

Ihr Wissen wollen sie auch anderen Schülern zur Verfügung stellen und bieten daher auch Führungen durch die Ausstellung an: "Auch wenn ich mich persönlich nicht damit identifizieren kann und es auch nicht begreife, weil es einfach so krank ist", sagte Kutz, "dieses schlimme Kapitel unserer Geschichte darf niemals vergessen werden."

Quelle: RP
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