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Remscheid
Schüler stellen Gästen Röntgen-Labor vor

Remscheid: Schüler stellen Gästen Röntgen-Labor vor
Zur Kickoff-Tagung des Clusters Medizinische Physik in Schulen präsentierten Schülerinnen Experimentiermöglichkeiten etwa mittels Doppler-Sonografie oder mit Hilfe eines CT-Gerätes. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Erstmals tauschten sich Lehrer aus anderen Bundesländern im RöGy über Unterrichtsmodelle für MINT-Fächer aus. Von Stefanie Bona

15 Lehrer und Lehrerinnen aus acht verschiedenen Bundesländern waren zu einer dreitägigen Tagung zu Gast im Lenneper Röntgen-Gymnasium (RöGy). Alleine dies sei vor dem Hintergrund der zerklüfteten Schullandschaft in Deutschland schon eine Erwähnung wert, befand RöGy-Physiklehrer Wolfgang Dick. Der Kontakt kam über den Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellence-Center an Schulen - kurz MINT-EC - zustande.

Die Lehrkräfte informierten sich über Lehrmodelle und Unterrichtsinhalte der sogenannten MINT-Fächer und hierbei insbesondere über den Teil der Medizinphysik. "Das ist das höchste Level an Ausstattung, das ich an einer Schule bisher gesehen habe", staunte Sebastian Schröter vom Luisen-Gymnasium aus Hamburg-Bergedorf bei der Besichtigung der Fachräume und des durch Unterstützung lokaler Sponsoren eingerichteten Schülerforschungszentrums RöLab. Hier waren es die Schüler, die die Experimentiermöglichkeiten etwa mittels Doppler-Sonografie oder mit Hilfe eines CT-Gerätes erläuterten. "Diese Untersuchungseinheit gibt es am RöGy als einziger Schule in Deutschland", sagte Wolfgang Dick stolz.

Als Kickoff-Veranstaltung sollte die Zusammenkunft den Grundstein für eine verstärkte Kooperation der Schulen legen. In einem Jahr will man sich wieder treffen - auch, um sich über bestimmte, beim Besuch in Lennep festgelegte Projekte auszutauschen. So könnten etwa kluge Unterrichtsideen, die an einer Schule erarbeitet werden, auch an den anderen Netzwerk-Schulen Anwendung finden. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit sollen publiziert und anderen MINT-EC-Schulen zur Verfügung gestellt werden.

Sebastian Schröter hat erfahren, dass man gerade die Mädchen über medizinische Themen für die Naturwissenschaften begeistern kann. Was hat es aber für einen Nutzen, wenn man bei Schülern frühzeitig das Interesse für ein Medizinstudium weckt, sie aber dann wegen des hohen Numerus clausus trotz eines exzellenten Abiturs keinen Studienplatz in Deutschland erhalten? Auch hier sieht Wolfgang Dick Vorteile durch das Netzwerk. "Als einzelne Schule findet man kein Gehör", sagte er. Gemeinsam könne man aber diesen Widerspruch aber möglicherweise in die Kultusministerkonferenz tragen. Zudem ginge es auch darum, Nachwuchslehrer für das Thema zu interessieren. Seine Schüler jedenfalls hat der erfahrene Pädagoge für die Forschungsarbeit im RöLab begeistert. Fachkundig übernahmen gerade die aktuellen Abiturienten, die eigentlich zum Schulbesuch gar nicht mehr verpflichtet sind, die Erklärung der Lernstationen und opferten dazu am sonnigen Freitag ihre Freizeit.

Quelle: RP
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