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Remscheid
Schüsse an der Raststätte Remscheid

Remscheid: Schüsse an der Raststätte Remscheid
Autor Oliver Buslau an der Raststätte Remscheid. Dort lässt er in seinem neuen Krimi Schüsse auf die schwangere Yvonne abfeuern. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Oliver Buslau hat eine neue Folge mit dem "Bergischen Marlowe" Remigius Rott geschrieben. Sie spielt im Bergischen Land. Von Wolfgang Weitzdörfer

Eine Tatortbegehung als Form der Buchvorstellung gibt es nun nicht alle Tage - so geschehen am Mittwochvormittag für den neuen Remigius-Rott-Krimi von Oliver Buslau. Und natürlich bietet sich das vor allem im Genre des Regional-Krimis an, einem Format, das in den vergangenen zehn bis 15 Jahren enorme Beliebtheit bei den Lesern erringen konnte. So ist es nur halb verwunderlich, dass der Bergisch Gladbacher Autor Buslau seinen neunten Krimi in der Serie um den Wuppertaler Privatdetektiv Remigius Rott, "Wupper Wut" betitelt, am (Tat-)ort vorstellte. Jener Tatort war im Buch der Motel-Parkplatz an der Autobahnraststelle Remscheid-Ost, wo Wonne, die Freundin des "bergischen Marlowes", die eigentlich Yvonne heißt und schwanger ist, gleich zu Beginn des Buches bei der Frauenstatue aus dem gegenüberliegenden Wald heraus angeschossen wird.

Ob sie die Attacke überlebt oder nicht, welche Rolle der entflohene Sträfling Erwin Brambach spielt, den Rott mit seinem Polizeifreund Opladen am Tatort festsetzen will, und warum es sich beim neunten auch gleichzeitig um den härtesten Fall für den Mittfünziger Rott handelt, hat Buslau auf 312 Seiten niedergeschrieben. In der vergangenen Woche ist das Buch im Kölner Emons-Verlag erschienen.

Buslau ist gut gelaunt, erzählt über die Entstehungsgeschichte von "Wupper Wut" und führt trotz heftigen Regens gerne zum beschriebenen Tatort in der Kurve. "Christoph 3 wird gerufen, um Wonne schnellstmöglich zu versorgen. Ich habe mit den Hubschrauberpiloten gesprochen, ob und wie eine Landung hier oben beim Motel möglich ist", erzählt Buslau. Die Piloten haben sich ein mögliches Szenario via GoogleMaps überlegt, so dass er die Rettung realistisch schildern konnte. Überhaupt legt der 53-jährige Autor großen Wert auf Authentizität: "Das Bergische Land ist als atmosphärischer Hintergrund sehr realistisch geschildert. Alle Örtlichkeiten, die beschrieben werden, kann man so auch besuchen - abgesehen vielleicht von den Häusern von Täter oder Opfer, da denke ich mir Lokalitäten aus."

Das Motel am Rastplatz, idyllisch hoch über Talsperre und Autobahn gelegen, habe Buslau schon immer fasziniert, wie der Autor schmunzelnd sagt: "Es ist ein enorm vielfältiger Ort - mit Hotel, Café, Autobahn, Rastplatz, Talsperre. Wenn man auf die Talsperre runterguckt und das gleichmäßige Rauschen der Autobahn hört, könnte man sich auch an einem wilden Fluss wähnen, mitten in der Natur."

Natürlich ist der Privatdetektiv Rott eine literarische Figur, aller aufwändiger Recherche zum Trotz. Das mache auch seinen Reiz aus, mit allen Unzulänglichkeiten, die sich vielleicht ein "echter" Privatdetektiv gar nicht leisten könnte: "Es gäbe ja im Grunde alle großen Kriminalfiguren nicht - Sherlock Holmes, Philipp Marlowe, Maigret... -, wenn man sie nicht literarisch zeichnen dürfte. Sherlock Holmes ist kein realistischer Detektiv, da bin ich mir sicher", sagt Buslau. Wie nun der Autor seine ganz eigene literarische Figur Remigius Rott im neuesten Fall agieren lässt, kann ab sofort in "Wupper Wut" nachgelesen werden.

Info Wupper Wut", Emons-Verlag, Köln, , 10,90 Euro, 312 Seiten.

Quelle: RP
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