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Remscheid
Schulleiter: Plätze für Seiteneinsteiger fehlen

Remscheid: Schulleiter: Plätze für Seiteneinsteiger fehlen
Dirk Schönwetter leitet seit elf Jahren die Hauptschule Hackenberg. Zum Jahresende geht er in Pension. FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. Dirk Schönwetter leitete elf Jahre die Hauptschule Hackenberg. Den Kooperationsvertrag unter den weiterführenden Schulen in Lennep hat er mitgestaltet. Zum Schuljahresende geht er in Pension. Von Solveig Pudelski

Derzeit lernen 30 Kinder aus EU-Staaten, aber auch aus Syrien, Iran, Afghanistan und Afrika in einer Seiteneinsteigerklasse die deutsche Sprache und deutsche Fächer kennen - eine bunt zusammengewürfelte Gruppe. "Nach der Erstförderung in der Seiteneinsteigerklasse können wir diese Schüler nicht alle aufnehmen. Wir stoßen jetzt schon an unsere Kapazitätsgrenzen - räumlich und personell", sagt Dirk Schönwetter.

Den Appell, dass die Stadt Plätze für Seiteneinsteiger nach der Erstförderung einrichten und dafür ein Konzept entwickeln muss, hat der nun aus dem Schuldienst ausscheidende Leiter der Hauptschule Hackenberg bereits an die Schulpolitiker gerichtet. Denn noch hat er die Rolle als Rektor nicht abgestreift, "gedanklich bin ich noch voll im Schuldienst", sagt er - und schreibt eine E-Mail, um eine Vertretungsstelle zu beantragen, gibt Hinweise an Schüler, die ihren Sportprojekttag mit Leben füllen, pendelt zwischen Büro und Turnhalle - Arbeitsalltag eines Schulleiters. Das Amt hat Dirk Schönwetter elf Jahre lang mit Begeisterung und Engagement ausgefüllt.

"Eine Schule zu leiten, ist abwechslungsreich, es gibt immer neue Herausforderungen", sagt er. Die jüngste ist die Integration von Kindern aus anderen Ländern. "50 Kinder lernen bereits in Regelklassen", sagt der Mathe- und Sportlehrer nicht ohne Stolz. Immerhin zehn Prozent seiner Schüler seien Seiteneinsteiger.

Inklusion, Schulreformen, Hauptschuldiskussion - die Schulpolitik des Landes schlägt sich auch hier nieder. Dass sich die Hauptschule Hackenberg in der Remscheider Schullandschaft wie eine feste Burg hält, während andere schließen, ist auch das Verdienst von Dirk Schönwetter.

Zum einen genießt die Schule einen sehr guten Ruf. Klare Regeln, eine freundliche Atmosphäre, gegenseitiger Respekt, Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder, Förderung ihrer Stärken - diese Bausteine prägen die Schule, die rund ein Drittel der Schüler zu einem mittleren Bildungsabschluss führt, von denen ein Drittel zu gymnasialen Oberstufe wechselt. Zum anderen gab er den Anstoß zur Kooperation der drei weiterführenden Schulen in Lennep - Hauptschule Hackenberg, Albert-Schweitzer-Realschule, Röntgen-Gymnasium -, die vertraglich besiegelt ist. Einige Vorteile: Schüler können jederzeit zur anderen Schule wechseln. Es gibt gemeinsame Elternberatung und gemeinsamen Unterricht.

Gerne erinnert sich Schönwetter an Höhepunkte, die Schulleben prägen wie Oldie-Partys, die Projektwoche mit Gen Rosso, die in einem Konzert gipfelte, der Berufsparcours, das Sozialpraktikum in Klasse acht. Bald packt der Schulchef seine Tasche - und seine Koffer: Es geht zum Ausspannen nach Italien.

Quelle: RP
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