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Remscheid
Schulz: "Die AfD ist eine Schande"

Remscheid: Schulz: "Die AfD ist eine Schande"
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wird von Sven Wolf und Sven Wiertz (r.) vor dem Vaßbender-Saal begrüßt. Foto: Jürgen Moll FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. "Wir wollen ein Volk von guten Nachbarn werden, nach innen und nach außen". Für Martin Schulz, dem Kanzlerkandidaten der SPD, gehört dieses Zitat von Willy Brandt zu den Leitmotiven für den Bundestagswahlkampf. Er brachte es am Schluss seiner Rede im Vaßbendersaal, zu der ihn der SPD-Unterbezirk Remscheid eingeladen hatte. Von Christian Peiseler

Der Zuspruch für den neuen Mann an der Parteispitze war groß, alle 300 Plätze waren lange vorher besetzt. Und als der frühere Präsident des Europaparlaments zehn Minuten früher als erwartet mit seiner schwarzen Limousine vor der Stadtkirche am Markt eintraf, musste die Band auf der Bühne ihr Spiel unverzüglich einstellen, um für den Stargast des Abends Platz zu machen. 32 Minuten dauerte seine Rede. Sieben Mal erhielt er kräftigen Beifall für markante Sätze. Wie zum Beispiel diesen: "Eine alleinerziehende Mutter soll nicht arbeiten gehen müssen, um die Kitagebühren zu bezahlen, sondern eine Kita ist dafür da, dass eine Alleinerziehende arbeiten gehen kann."

Schulz ist ein glänzender Rhetoriker, der seiner freien Rede feine Spannungsbögen verleihen kann. Er beherrscht das feine Florett wie den dicken Hammer. Marine Le Pen, die französische Präsidentschaftskandidatin, nennt er nur "diese Frau da". Die AfD tituliert er als "Schande für Deutschland". Besonderes Herzblut investiert er in die Verteidigung der Europäischen Union. Man dürfe sie kritisieren, "aber wer sie zerschlagen will, der weckt Dämonen". Beim Thema Gerechtigkeit sagt er auch den Konzernen den Kampf an. Wenn er Kanzler werden sollte, setze er sich dafür ein, dass Konzerne dort Steuern zahlen, wo sie Gewinne machen.

Schulz zeigte auch eine selbstironische Seite. Manche würden bezweifeln, dass ein Mann ohne Abitur Bundeskanzler werden könne? Noch nie sei ein Mann mit Bart Kanzler geworden, habe er in einer noblen Zeitung gelesen. Er frage sich, wann seine Glatze thematisiert werde. Am 24. September wolle er die Frage mit Ja beantworten: Es gehe ohne Abitur, mit Bart und mit Glatze. Jubel auf den sozialdemokratischen Sitzbänken. SPD-Landtagskandidat Sven Wolf überreichte Schulz einen Korb mit Burger Brezeln und einen Hammer aus der Werkzeugstadt. Mit Daumen hoch verschwand er aus Remscheid.

Quelle: RP
 
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