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Remscheid
"Schwarze Frau" spaltet Netz-Gemeinde

Remscheid: "Schwarze Frau" spaltet Netz-Gemeinde
Die schwarz verhüllte Frau aus Remscheid gibt Rätsel auf. FOTO: Screenshot Youtube
Remscheid. Andersartige nicht ausgrenzen, appelliert eine Frau, ein weiblicher Butzemann, postete ein Mann. Polizei: Sie ist harmlos. Von Bernd Bussang

Die "schwarze Frau", die in den vergangenen Wochen schwarz verhüllt in Lennep auftauchte und bei Passanten für Angst und Schrecken sorgte, ist bisher offenbar nicht wieder aufgetaucht. Doch hat sie für großes Interesse in der Internet-Gemeinde gesorgt. Auf der Facebook-Seite der BM erreichte der Artikel über sie mehr als 100.000 Menschen.

Die Diskussion ist kontrovers. "Es ist schade, dass Menschen immer meinen, dass man ,Andersartige' ausgrenzen oder gar ächten muss. Die Frau hat niemandem etwas getan, also was soll das?", schreibt etwa Michaela Garschagen. - "Welche ,Aussage' auch immer sie da machen möchte: Fakt ist, die Frau ängstigt damit kleine Kinder. Eine Art weiblicher ,Butzemann'", meint hingegen Ron Blum.

Neue Hinweise auf die "schwarze Frau" seien bisher nicht eingegangen, sagte gestern Polizeisprecherin Anja Meis. Nach einem Bericht der Morgenpost mit Zeugenhinweisen, dass die Frau mit einer Sense gesehen wurde, sind die Ordnungshüter besonders sensibilisiert. Doch sehen sie bisher keinen Anlass einzugreifen. Das sei nur möglich, wenn eine konkrete Gefahr für andere oder eine Selbstmordabsicht erkennbar sei, sagt Meis. Ein solcher Fall hatte sich beispielsweise am 24. Mai in Wuppertal ereignet, als ein 27-Jähriger Mann mit Bart, der äußerlich einem Salafisten glich, mit einem Kurzschwert auf dem Rücken und einer Bibel in der Hand an einer Bushaltestelle religiös-fanatische Sätze brüllte. Zudem hatte er eine Zwille dabei. Nach Notrufen von Passanten griff die Polizei ein und nahm den Mann fest. Der leistete Widerstand und verletzte zwei Polizisten. Der bereits polizeibekannte 27-Jährige wurde einem Amtsarzt zugeführt und in die Stiftung Tannenhof eingewiesen.

Die beiden Fälle seien aber eben nicht vergleichbar, sagt die Polizeisprecherin. Die Frau habe sich bisher nicht aggressiv verhalten und offenbar auch keine Waffen mitgeführt. Sollte sie jemand erneut mit einer Sense beobachten, möge er sofort die Polizei benachrichtigen.

Die Motive der Frau sind weiter rätselhaft. "Ich fühle mich so wohl. Vielleicht will ich mal nicht erkannt werden. Vielleicht demonstriere ich auch für eine bessere Welt", sagte die Frau im Beitrag des Fernsehsenders Sat 1, der sie in Lennep aufgespürt hatte.

Das Auftreten der schwarz verhüllten Frau, die auch auf dem Friedhof gesichtet wurde, hatte bei Passanten für Irritationen und gerade auch bei Kindern für Angst und Schrecken gesorgt.

Quelle: RP
 
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