| 14.15 Uhr

Remscheid
Schweigeminute beim Herbstfest

Remscheid. Trotz der verheerenden Ereignisse in Paris, hielt der Städtepartnerschaftsverein Remscheid - Quimper an das für Samstagabend geplante Herbstfest im Gemeindehaus Esche fest.

130 Mitglieder kamen in Verbundenheit zu ihren französischen Freunden zusammen, gedachten der Opfer und feierten, wenngleich verhaltener als üblich, die deutsch-französische Freundschaft.

Bedenken, ob es richtig sei, unter solchen Umständen ein Fest zu feiern, hatte im ersten Moment auch Vereinsvorsitzender Harald Sellner gehabt. "Natürlich haben wir kurz überlegt, aber dann war uns doch allen schnell klar, dass das Fest unbedingt stattfinden musste." Er hatte am Morgen mit seinen französischen Freunden telefoniert. Auch wenn Quimper in der Bretagne rund 600 Kilometer von der französischen Hauptstadt entfernt lieg, "in Frankreich haben alle in der Provinz Freunde und Verwandte in Paris. Aber glücklicherweise geht es ihnen allen gut", sagte Sellner. Über das Fest sprach er auch mit seinem französischen Pendant, Michelle Cap, Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins in Quimper. Auch sie hatte sich für das Fest ausgesprochen: "Sie ist dankbar, dass wir in diesen Zeiten an sie denken und sie hat uns ein schönes Fest gewünscht."

Seit 1999 feiern die Quimper-Freunde ihr Herbstfest. Für Mitglieder bietet es Gelegenheit in feierlicher Atmosphäre, abseits der Stammtische, in großer Runde zusammen zu kommen, sich auszutauschen und einen Abend bei leckerem Essen und französischem Wein, zu verbringen. Das sollte auch dieses Jahr nicht anders sein. Jetzt erst recht, lautete die Devise unter den Anwesenden.

"Es macht uns fassungslos und sprachlos, was gestern in unserem Freundschaftsland passiert ist", sagte David Schichel, dritter Bürgermeister der Stadt, bei seiner Begrüßung. "Wir sind betroffen. Man fragt sich, ob so eine Zusammenkunft richtig ist. Sie ist es, um dem, was die Täter erreichen wollen, nämlich Zwietracht, Angst und Hass zu verbreiten, zu entgegnen. Lasst uns daher heute Freundschaft und Freiheit zelebrieren." Dem schloss sich auch Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann an: "Wir wollen uns von Terroristen nicht die Tagesordnung diktieren und unsere Werte nicht von außen kaputtmachen lassen." Die deutsch-französische Freundschaft sei wesentlich und die Völkerverständigung eine Basis für unsere Stadt.

Nach diesen Worten und einer Schweigeminute, erhob Sellner gemeinsam mit allen Anwesenden sein Glas: "Auf die Freundschaft zwischen Remscheid und Quimper."

(seg)
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