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Remscheid
Schweizer Firma kauft A.MANNESMANN

Remscheid. Unternehmen erhofft sich einen besseren Zugang zu den Weltmärkten. Geschäftsführer Max W. Schenck scheidet aus. Von Christian Peiseler

Zu Beginn des Jahres hat Geschäftsführer Max W. Schenck die neue Produktionshalle von A.MANNESMANN am Standort in Bliedinghausen eröffnet. Die Erweiterung war ein sichtbares Zeichen für die gute wirtschaftliche Lage des Remscheider Traditionsbetriebs mit seinen 150 Mitarbeitern. Seit dem ersten Oktober gehört die Maschinenfabrik zu der Schweizer Schneeberger Gruppe. "Über die Vertriebsgesellschaft von Schneeberger haben wir einen besseren Zugang zu den Märkten in China, USA, Japan, Korea, Italien und Tschechien", sagte Geschäftsführer Max E. Schenck im Gespräch mit der Bergischen Morgenpost. Die strategische Partnerschaft habe sich angeboten, weil es bei den Kunden große Überschneidungen gibt. "Die Ingenieure von Schneeberger gehen bei unseren Kunden ein und aus", sagte Schenck.

A.MANNESMANN ist seit 1796 in Remscheid und heute Technologiemarktführer in der Produktion von hochdynamischen Kugelgewindetrieben, das sind Antriebselemente der Lineartechnik. Sie bilden das Herzstück von Maschinen und Anlagen unterschiedlicher Art, die zum Beispiel Brillengläser schleifen, an der Herstellung von Mikrochips beteiligt sind oder in Windkraftanlagen verbaut werden. Über eine ähnliche Produktpalette verfügt auch der Schweizer Maschinenbauer. Wie Schenck berichtete, habe er zunächst mit Schneeberger gemeinsame Produkte entwickeln wollen.

Dass es nun zu einer Übernahme gekommen sei, habe auch private Gründe. "Ich bin jetzt 61 Jahre und in der Familie gibt es keinen Nachfolger", schilderte Schenck die Situation. Ihm lag es am Herzen, für die Mitarbeiter eine vernünftige und zukunftsorientierte Lösung für die Nachfolge zu finden. "Ich wollte einen Maschinenbauer und nicht irgendein Finanzinstitut", sagte Schenck, der noch weiter beratend tätig sein wird.

Die Übergabe erfolge in einer Zeit, in der es dem Unternehmen so gut gehe wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Auftragsbücher seien voll, die Liquidität reichlich vorhanden. Beim jährlichen Umsatz liege man knapp unter 20 Millionen Euro. Remscheid sei nicht nur für A.MANNESMANN ein guter Standort, sagte Schenck. Auch für andere produzierende Betriebe. "Wir verfügen über qualifizierte Mitarbeiter und sorgen mit dem Berufsbildungszentrum für eine gute Aus- und Weiterbildung in Remscheid", betonte Schenck.

Der neue Besitzer will am Standort Bliedinghausen weiter investieren. "Mehr Maschinen sollen gekauft und neue Mitarbeiter eingestellt werden", kündigte Schenck an. Die Nachricht über die neue strategische Partnerschaft habe die Belegschaft sehr begrüßt.

Quelle: RP
 
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