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Remscheid
Schwitzen zwischen den Jahren

Remscheid: Schwitzen zwischen den Jahren
Viel los in der Sauna - die stellvertretende Badleiterin Gabriela de Lorenzo und ihr Team sind auf den Ansturm eingerichtet. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Der Saunabereich des H20 wird vor allem in den Wintermonaten stark genutzt. Das Freizeitbad feiert nächstes Jahr 20-jähriges Bestehen. Von Michael Bosse

Während in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen derzeit die Ruhe zwischen den Jahren herrscht und viele Bürger Urlaubstage nehmen, ist im Freizeitbad H2O in diesen Tagen besonders viel los. Auch der rund 5.000 Quadratmeter große Saunabereich des Bades zählt viele Besucher: In Herbst und Winter ist traditionell die Zeit mit den meisten Kunden, und gerade rund um die Weihnachtsfeiertage ist der Andrang besonders stark. "Im Oktober fängt bei uns die Saison für die Saunagäste an", sagt die stellvertretende Betriebsleiterin Gabriela De Lorenzo. Rund um den Jahreswechsel nutzten viele Kunden die Zeit zum Entspannen in der Sauna. Dass die Außentemperaturen derzeit eher frühlingshaft als winterlich ausfallen, tut der Nachfrage dabei keinen Abbruch.

Immerhin 115.000 Besucher kamen 2014 zum Schwitzen in die Dampfbäder und Saunen des H2O. Das waren deutlich weniger als die klassischen Badegäste (650.000). "Der Besuch im Bad ist eher was für Familien mit Kindern", sagt De Lorenzo. Der Saunabesuch richtet sich dagegen vornehmlich an Erwachsene, die die Disziplin mitbringen, sich bei Temperaturen von 70 bis 110 Grad Celsius auf eine Holzbank zu setzen und den Poren ihre Arbeit machen zu lassen. Oder an unverwüstliche Naturen, die sich nach dem Saunagang kalt abduschen. Und wer mag, kann sich in den "Raum der Stille" zurückziehen - dort ist Sprechen oder selbst das Rascheln mit einer Tageszeitung nicht gewünscht.

Den verstärkten Andrang bei den Besuchern kann auch Bade- und Saunameister Michael Jarosch bestätigen. Er hat gerade im Außenbereich mehrere Dutzend Damen und Herren aus der etwa 90 Grad heißen Löyly-Sauna entlassen. Die Gäste kühlen sich unter den Duschen ab und flanieren entlang des 14 Meter langen Gradierwerks zur nächsten Station. "Zurzeit haben wir hier Hochsaison. Gerade nach Weihnachten kommen viele und wollen ihre Gutscheine einlösen, die sie an den Feiertagen bekommen haben", erzählt Jarosch. Vor allem der "finnische Birkenaufguss" sei bei den Gästen beliebt - weil er den Kreislauf so schön anregt.

Der Gang in die Sauna stärkt aber auch das Immunsystem. Und gerade in der jetzt angebrochenen Grippesaison empfehlen Mediziner das "Saunieren" - Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Gefäßerkrankungen sollten vor dem Besuch aber auf jeden Fall einen Arzt konsultieren. Und wer bereits erkältet ist, sollte die Sauna meiden, da die Erkrankung sich durch den Wechsel von Kälte und Hitze noch verschlimmern kann. Um den Flüssigkeitsverlust gut zu bewältigen, sollten die Besucher vor dem Saunagang zudem ausreichend trinken.

Und man sollte genügend Zeit mitbringen: So wie Petra Lau, die etwa einmal im Monat im H20 ist. "Ich komme seit etwa 20 Jahren hierhin. Mit tut das immer gut, es ist wie ein Kurzurlaub", sagt die Wuppertalerin, die mit Bekannten auf Korbstühlen im Gastronomie-Bereich sitzt. Vor allem die Vielzahl der Aufgüsse sei im H20 so gut, sagt sie. Die machten den Saunagang erst zum richtigen Erlebnis. Zwei Stühle weiter links sitzt Waltraud Holthaus. Ihr gefällt vor allem die Atmosphäre: "Die sind immer sehr nett hier!"

Die positiven Beurteilungen freuen Vize-Betreibsleiterin De Lorenzo. Und das Lob ist zugleich Anreiz, begeht das H20 im neuen Jahr doch seinen 20. Geburtstag. Den möchte es gemeinsam mit den Kunden bei mehreren Sonderveranstaltungen feiern. Nähere Details wird die Einrichtung vermutlich noch im Januar bekannt geben.

Quelle: RP
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