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Lebensraum Wald (3)
Seltene Greifvögel erobern den Wald

Im Unterholz und in den Wipfeln der Remscheider Wälder herrscht reges Tierleben. So mögen viele Spaziergänger schon Rehe, Wildschweine, Eichhörnchen, Siebenschläfer und Füchse gesehen haben. Deutlich erholt habe sich aber auch der Dachsbestand, berichtet Markus Wolff. Und der Waschbär breitet sich aus. Ähnlich wie Fuchs und Marder sei er ein Kulturfolger, das heißt, er folgt dem Menschen in die Städte. Immerhin jage das nachtaktive Tier bevorzugt Mäuse und Ratten.

Keinen Lebensraum finden hier Luchs oder Wolf, "es ist höchstens damit zu rechnen, dass ein Jungtier mal Remscheid durchstreift, weil es auf der Suche nach einem eigenen Revier ist. Ein Wolf legt täglich rund 70 Kilometer zurück", sagt Wolff.

Aufgrund der hier betriebenen Intensivlandwirtschaft sei die Hasenpopulation rückläufig. Wurden früher zur Jagdsaison mehrere hundert Hasen geschossen, seien es jetzt 20 bis 50.

Die Greifvögel-Vielfalt ist hingegen beachtlich. Rotmilan, Turm- und Baumfalken, Mäusebussard, Habicht und Sperber leben und brüten hier, ebenso Eulenarten wie der Uhu - ein Brutpaar ist gesichtet worden - Waldkauz und Waldohreule. Deutlich zurückgegangen ist das Vorkommen von Feldlerche und Nachtigall. Hingegen haben sich Rabenkrähen, Kolkraben und Elstern stark vermehrt. Bis in die Gärten wagt sich der Fischreiher vor. Offenbar nur auf der "Durchreise" war der Schwarzstorch, der in Remscheid gesichtet wurde. Mit Kunsthorsten soll ihm hier ein Dauerwohnsitz schmackhaft gemacht werden. Passenden Lebens- und Brutraum finden hier auch Bunt-, Schwarz- und Dreizehenspecht, der als Indikator für eine naturnahe Waldwirtschaft gilt. Bewusst lassen die Förster tote Bäume für diese Höhlenbrüter stehen. Auch Hohl- und Türkentauben sind Waldbewohner.

An und auf den von Wald umsäumten Talsperren fühlen sich Wasservögel wie Enten, Schwäne, Grau- und Nilgans, in den größeren Gewässern auch Kormorane wohl.

(pd)
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