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Remscheid
Sicher in die Motorradsaison starten

Die schönsten motorisierten Kult-Zweiräder
Die schönsten motorisierten Kult-Zweiräder FOTO: Harley-Davidson
Remscheid. Wenn die Sonne für mildere Temperaturen sorgt, zieht es viele Biker wieder auf die Straße. Es ist ein beliebtes, aber gefährliches Hobby. Nur wer sein Können richtig einschätzt, fährt sicher. Von Philipp Jacobs

Für manchen ist das Gefühl einmalig: die Sonnenstrahlen, die auf das verdunkelte Visier treffen, Wind, der sanft durch den Anzug weht. Auf dem Motorrad fühlt der Fahrer die Geschwindigkeit. Es ist ein tolles Hobby. Aber nur für den, der sein Können richtig einschätzt. Schließlich verzeiht das Motorrad keine Fehler, weniger noch als ein Pkw.

Gerade die Strecken im Bergischen Land sind wegen ihrer Kurven und den schönen Aussichten bei Motorradfahrern beliebt. Gefahrlos sind sie allerdings nicht. Jedes Jahr gibt es in den Sommermonaten immer wieder teils schwere Unfälle - auch Tote. In Remscheid verletzten sich im vergangenen Jahr 22 Motorradfahrer, 17 von ihnen leicht, fünf schwer. Getötet wurde niemand. Rechnet man die Städte Solingen und Wuppertal dazu kommt man auf 114 Leicht-, 47 Schwerverletzte und einen Getöteten. Der Fahrer kam auf der L 74 ums Leben. Zwar gilt die Landstraße mit ihren teils langgezogenen Kurven als Gefahrenstelle, doch passieren die meisten Unfälle in der Stadt - und das, obwohl die Fahrer das Gebiet kennen. Von den 22 Unfallopfern lebten allein 16 in Remscheid. Vier weitere stammten aus der Region des Bergischen Lands.

Die Unfallursache ist oft dieselbe: "Motorradfahrer werden schnell übersehen", sagt Dieter Moors, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizei in Wuppertal. Wenn der Pkw-Fahrer schuld ist, seien es meist Vorfahrtsmissachtungen beim Abbiegen. Dabei können solche Risiken schnell beseitigt werden: "Die Erkennbarkeit ist wesentlich", sagt Moors. Bei der Polizei sind die Fahrzeuge mit neongelben Elementen gespickt. Die Fahrer tragen ebenfalls Helme in Leuchtfarben.

Aber viel wichtiger als der Helm selbst sei das, was sich darin befindet, sagt Moors. Der Kopf. "Wir als Mensch treffen die Entscheidungen." Ist der Motorradfahrer schuld, liegt es laut Statistik entweder an überhöhter Geschwindigkeit oder der Fahrer hat sein Tempo über sein Können gestellt. Gute Biker kennen ihre Grenzen. Sie wissen, wie sie sich in Gefahrensituationen verhalten sollten.

Moors empfiehlt trotzdem jedem vor Beginn der Saison ein Sicherheitstraining, um die vielleicht eingerosteten Fähigkeiten wiederzubeleben. Fehlende Theorie ist schnell aufgefrischt, doch die Praxis macht einen sicheren Fahrer aus. "Niemand sollte sich beispielsweise davor scheuen, im Notfall auch kräftig zu bremsen", sagt der Verkehrspolizist. Solche Manöver können in einem Sicherheitstraining geübt werden. Zudem sei die Blickführung wichtig. In jedem Lehrbuch steht der Satz: "Du fährst dahin, wo du hinsiehst." Wer also einen Stein auf der Straße fixiert, wird ihn mit hoher Sicherheit auch überfahren. Es sind Kleinigkeiten, die jedoch nur durch Training zum Instinkt werden.

Zu einem sicheren Fahrer gehört auch ein passendes Gefährt. "Man sollte einen festen Stand haben", sagt Moors. Bei ungeübten Fahrern sollte die Maschine nicht zu schwer und nicht zu leistungsstark sein. Moors ist seit 40 Jahren entweder beruflich oder privat mit dem Motorrad unterwegs. Auf einem Mofa hat er begonnen, auf der 50-Kubik-Maschine hat er sich verbessert und mit seiner BMW F800 GS hat er sein Können nahezu perfektioniert. Doch trotz aller Erfahrungen ist er doch einmal auf nassem Kopfsteinpflaster weggerutscht. "Jetzt fahre ich in solchen Situationen umso sicherer", sagt er.

Quelle: RP
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