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Remscheid
Sichere Wege für Pedelecs gesucht

Remscheid: Sichere Wege für Pedelecs gesucht
Elektrobikes sind im Trend, doch sind die Verkehrsverhältnisse in der Stadt noch nicht auf sie eingestellt. FOTO: Gottfried Evers
Remscheid. Verkauf der Fahrräder mit Elektroantrieb boomt / Stadtplaner will Straßenraum neu verteilen / Sicherheitstraining Von Henning Röser

Radfahren in Remscheid - was früher ein Fall für eine überschaubare sportliche Zielgruppe war, ist mit dem Siegeszug der von Akkus unterstützen Pedelecs längst in der Bevölkerung angekommen. Die Zahl der Verkäufe dieser nicht gerade billigen Räder steigt stetig an. Die Stadtwerke Remscheid unterstützen ihre Kunden beim Kauf finanziell und habe auch einige Ladestationen in der Stadt eingerichtet.

Vor allem die Radwege auf stillgelegten Bahntrassen werden von den Radlern gut angenommen. Doch wie integriert man die wachsende Zahl der Radfahrer in den normalen Verkehr? Baut man neue Radwege oder lässt man sie auf der Straße einfach mitschwimmen? Darüber streiten die Experten.

Hans-Otto Heming, bei der Stadt Remscheid für die Radwegeplanung zuständig, ist kein Freund des Mitschwimmens. Die Gefahr für die Radfahrer sei im normalen Verkehr zu groß. Radler haben schließlich keine Knautschzone. Er plädiert darum für geteilte Rad- und Fußwege. "Auch da gibt es sicher Konfliktpotenzial, aber die Gefahren sind nicht so groß", sagt Heming. Weil Geld für den Bau neuer Radwege in der chronisch finanzschwachen Stadt aber kaum vorhanden ist, schlägt er vor, den vorhanden Straßenraum neu zu verteilen. Heißt: Der motorisierte Verkehr tritt Platz ab an die Radler.

Hemings Abteilung schwebt zudem ein gemeinsam mit den Stadtwerken ausgerichtetes Sicherheitstraining für Pedelec-Einsteiger vor. Die von einem Elektromotor unterstützen Räder werden gerne auch von Senioren gekauft. Einige, zum Teil schwere Unfälle in den vergangenen Jahren zeigen, dass hier Aufklärungsbedarf besteht.

Den sieht auch Kai Strobel. Der Polizeioberkommissar in der Verkehrsdirektion des Wuppertaler Polizeipräsidiums verbringt täglich vier bis fünf Stunden seiner Dienstzeit im Fahrradsattel. Zwei Dinge sieht er als problematisch. Mit der deutlich höheren Geschwindigkeit, die ein Pedelec erreichen kann, müssen die Nutzer erst mal umgehen lernen.

Auch Autofahrer, so hat er beobachtet, schätzen das Tempo der Radfahrer, etwa beim Abbiegen über Radwege, falsch ein. Gewöhnungsbedürftig sei auch, dass der Akku auch dann "Starthilfe" gibt, wenn man das Rad schiebt, etwa um es in einen Radständer zu schieben. Das führe teilweise zu gefährlichen Situationen. "Das ist für die Stadtplaner schwer", sagt Strobel auf die Frage nach einer radgerechten Stadtplanung für die Zukunft. Nicht immer sei ein separater Radweg aber die beste Lösung. Konflikte mit parkenden Autos und Radlern, die auf ihren Wegen plötzlich geöffneten Autotüren ausweichen müssen, sieht er auf seinen Touren durchs bergische Städtedreieck immer wieder.

Quelle: RP
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