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Remscheid
Sicherheit ist das oberste Gebot

Remscheid: Sicherheit ist das oberste Gebot
Linda Günther bewirbt sich gerade um eine Stelle und überbrückt diese Phase als Teilzeit-Badeaufsicht im Freibad Eschbachtal. FOTO: jürgen moll
Remscheid. Wenn Besucher ins Freibad strömen, sind speziell geschulte Rettungsschwimmer unverzichtbar. Linda Günther (31) ist eine von ihnen, sie arbeitet in Teilzeit in der Freizeitanlage im Eschbachtal. Von Wolfgang Weitzdörfer

Pünktlich zum Ende der Ferien kehrte der Sommer ja noch einmal mit aller Macht mit über 30 Grad im Schatten zurück. Beste Bedingungen also für einen morgendlichen Besuch im Freibad - zumindest für diejenigen, die nicht die Schulbank drücken oder zur Arbeit gehen müssen. Aber auch an den Nachmittagen stehen in der Sahara-Hitze alle Zeichen auf Freibad. Das bedeutet für die Bademeister und Rettungsschwimmer, dass sie alle Hände voll zu tun haben, um für die Sicherheit der Gäste zu sorgen. Eine von ihnen ist Linda Günther (31) aus Lennep - sie arbeitet in Teilzeit als Rettungsschwimmerin im Freibad Eschbachtal.

Es ist noch früh am Morgen, Günther kommt zur Arbeit, um 10 Uhr beginnt ihre Schicht. "Ich habe gerade erst mein Master-Studium im Wirtschaftsingenieurswesen beendet und bin derzeit in der Bewerbungsphase. Meine Schicht heute geht bis 19 Uhr, also über die ganze Öffnungszeit", sagt die zierliche und sportliche Frau. "Ich geh mal kurz duschen, ich bin vor meiner Schicht noch beim Laufen gewesen", sagt sie lachend und entschuldigt sich kurz.

Wenige Minuten später ist sie zurück, jetzt in ihrer Arbeitskleidung - Shorts, Badeschlappen und das blaue Polo-Shirt mit den "Stadt-Remscheid"- und "Freibad-Eschbachtal"-Applikationen. Während sie sich die Haare trocken rubbelt, erzählt sie: "Unsere Hauptaufgabe ist natürlich, für die Sicherheit der Badegäste zu sorgen, klar." Dafür brauche man den Überblick, vor allem an Tagen wie diesen, wenn sich die Besucher im beliebten und idyllisch gelegenen Freibad vor allem am Nachmittag in Scharen tummeln. "Dafür haben wir unseren Hochsitz am Schwimmerbecken", sagt Günther und deutet in Richtung der Empore. "Von da aus können wir sowohl die Schwimmerbecken und den Sprungturm im Auge behalten, haben aber auch den Überblick über das restliche Gelände", sagt die 31-Jährige, die vor ihrer Zeit im Freibad schon für zehn Jahre im H2O als Bademeisterin gearbeitet hat.

An den Spitzentagen besteht das Team für die Aufsicht aus sieben Leuten. Und es ist nicht nur die Sicherheit, die gewährleistet werden muss - Linda Günther und ihre Kollegen sind auch Ansprechpartner für alle anderen Fragen der Badegäste. So wie die einer älteren Dame, die gerade das Bad betreten hat. Schließlich ist es gerade zehn Uhr geworden, der Badetag somit eröffnet. "Wo finde ich denn eine Liege?", fragt die Frau. "Warten Sie, ich bringe Ihnen eine", antwortet Günther freundlich und ist schon unterwegs. "Wir verleihen die Liegen, aber auch Tauchringe, Bälle und die kleinen Boote", zählt die 31-Jährige auf, als sie wieder zurück ist.

Dennoch, die Sicherheit ist das A und O. "Dafür braucht man den Rettungsschwimmerschein in Silber und einen aktuellen Erste-Hilfe-Kurs-Nachweis", sagt Günther. Und sportlich müsse man natürlich auch sein, fügt sie hinzu. Sie selbst habe in ihren zwei Saisons im Eschbachtal bislang Glück gehabt, ernste Einsätze haben nicht stattgefunden. "Aber im H20 war es schon mal so, dass meine Hand gerade noch schnell genug im Wasser und am Kind gewesen ist, das da gerade am Untergehen war", erzählt sie mit ernster Miene.

Dank der hohen Mitarbeiterdichte und deren guten Arbeit habe es in den vergangenen Jahren im Freibad keine schlimmeren Zwischenfällegegeben, sagt auch der stellvertretende Badleiter Dennis Halbach. "In den 13 Jahren, die ich jetzt hier arbeite, ist gottlob nie etwas Schlimmeres passiert." Und damit das so bleibt, werden auch künftig engagierte Mitarbeiter wie Linda Günther und ihre Kollegen stets wachsam sein.

Quelle: RP
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