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Remscheid
Siegreicher Rat sorgt für beleidigte Gesichter

Remscheid: Siegreicher Rat sorgt für beleidigte Gesichter
Teigproduktion: Unter der Anleitung von Anastasja sorgt Leonie in der Bäckerei der Kinderstadt dafür, dass Plätzchen gebacken werden. FOTO: Peter Meuter
Remscheid. Nachdem der Rat der Kinderstadt Remscheid gestern die Städtepartner aus Wermelskirchen zum wiederholten Mal im Fußball bezwungen hat, gibt es kleinere atmosphärische Störungen. Von Anna Mazzalupi

"Das Museum ist jetzt eröffnet", ruft Maximilian (11) laut über den Flur. Er gibt Führungen durch sein "Neuheitenmuseum". Zu sehen sind Dinge, die neu aussehen, aber schon alt sind, beispielsweise eine Videokassette. "Ich gehe gerne ins Museum, da gibt es viele interessante Dinge", erklärt er. Zum zweiten Mal macht er sich mit der Museumsidee selbstständig, um andere dafür zu begeistern.

Maximilian ist eins von 215 Kindern der diesjährigen Ferienkiste (FeKi)-Kinderstadt in Remscheid. In der Sophie-Scholl-Gesamtschule können sich die Sieben- bis Zwölfjährigen zwischen einem festen Job - zum Beispiel bei der Bank oder dem Medienzentrum - und einer Selbstständigkeit entscheiden, um Fichtentaler für Freizeitaktivitäten oder Leckereien zu verdienen. Auf diese Weise schnuppern sie Luft der Erwachsenenwelt. Neben den Regelplätzen gibt es sechs inklusive sowie acht Plätze für Kinder mit Flüchtlingshintergrund.

"Wir haben viele Kinder in diesem Jahr, die zum ersten Mal dabei sind, sozusagen einen Generationswechsel", sagt Daniela Kann von der Kinder- und Jugendförderung der Stadt Remscheid. Die älteren Kinder wagen eher den Schritt in die Selbstständigkeit, immerhin rund 50 Gewerbescheine gab es bisher. Alles, was eine Stadt braucht, ist vorhanden: Ein Café, in dem die Kinder gestern eine Seniorengruppe der Arbeiterwohlfahrt begrüßten, ein Reisebüro oder auch ein Krankenhaus.

Hier wurden sogar Teddys operiert. An der Puppe Horst wurde die stabile Seitenlage sowie Herzmassage geübt. "Mir macht das Spaß, ich lerne gerne", sagt Johanna (10), die später vielleicht Ärztin werden will. Die angehenden Kinderkrankenpflegerinnen Büsra Ekinci und Sara Hernadez vom Sana-Klinikum sind zufrieden mit dem Nachwuchs. "Sie sind sehr wissbegierig", lobt Ekinci.

Ein großes Ereignis war gestern auch der Besuch des FeKi-Rates der Kinderstadt Wermelskirchen. Neben dem traditionellen Fußballspiel soll künftig eine Städtepartnerschaft für das freundschaftliche Miteiandern geführt werden, die die beiden Räte beschlossen. Dazu wurde gestern ein Baum gepflanzt. "Wir haben die letzten vier Jahre immer beim Fußball gewonnen. Da sind die Wermelskirchener immer etwas beleidigt", erklärt Luca Joel (12) vom FeKi-Rat den Hintergrund. "Ich finde die Idee sehr schön", betont Ratsmitglied Enya-Luisa (12), die besonders den Einfluss des Rates auf die Preisgestaltung in der Stadt schätzt.

Der Remscheider Rat war auch zu Besuch in Wermelskirchen. Dort gibt es zum Beispiel eine Nähstube oder einen Kummerkasten. Die Ratsmitglieder sehen aber auch Vorteile in ihrer Stadt: "Wir haben mehr Platz und bei uns ist es viel sauberer", erklärt Alexander (10), der zum ersten Mal Bewohner der Remscheider FeKi ist und es richtig toll findet, Geld zu verdienen und zu erleben, wie die Realität später aussieht.

Die Kinderstadt dauert noch bis Freitag. Wer weitergehende Informationen haben möchte, findet diese auf der Internetseite der Stadt Remscheid unter

www.remscheid.de

Quelle: RP
 
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