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Remscheid
Singende Klosterschwestern geben alle Zurückhaltung auf

Remscheid. Das Publikum feierte die "Sister-Act-Version" im ausverkauften Teo Otto Theater. Von Stefanie Bona

Wer "Sister Act" für einen Theaterabend auswählt, bedarf vor dem Hintergrund des höchst populären, auch cineastisch aufgelegten Stoffes in der Regel keiner Einführung in die Handlung. So legte Broadway-Sängerin Lerato Sebele bei ihrem Auftritt im proppenvollen Teo Otto Theater den Fokus nicht auf die Geschichte, sondern auf die Musik. Gewissermaßen als Konzert reihte sich Hit an Hit und die Story um das Showgirl - hier "Donna" genannt - das ins Kloster vor der Verfolgung durch Mafiaboss "Don Korrupto" flieht, wurde nur in Fragmenten erzählt.

Und Lerato-Donna und ihr fünfköpfiger "Nonnenchor" lockten das gemeinhin eher als reserviert zu beobachtende Remscheider Publikum von Beginn an aus der Reserve. Da wurde zu "Shout", "Just a little bit", "Bad girls", "Son of the preacherman" oder "We are family" die ganze Klaviatur vor allem der 1980er Jahre ordentlich abgerockt.

Kleinere Qualitätsmängel, etwa wie die zum Teil wie bei einer Karaoke-Darbietung ausgeblendeten Instrumental-Playbacks gerieten vor dem Hintergrund der geballten Energie auf der Bühne zur Nebensache. Gelungen indes war die Verknüpfung der Klänge vom Band mit dem live gespielten Klavier durch "Bruder Valentin". Gerade die bekannten Gospels wie "Go tell it on the mountain", "Joyful, joyful" oder "Amazing grace" wurden mitreißend und klangvoll dargeboten. Großartig agierten auch die "Ordensschwestern" des Background-Chors, die dem ganzen Auftritt zum Teil eine urkomische Note gaben und auch nicht mit Situationskomik und Spontaneität sparten.

Als noch nicht einmal mittelprächtiger Klosterchor brachte die halbseidene Donna im Glitter-Mini und Highheels die schief singenden, ehrwürdigen Schwestern gesanglich gehörig auf Vordermann. So wurde zum Besuch des Kardinals das schwarze Habit gegen fröhlich-bunte Gewänder getauscht und vor den großen Kirchenfenstern musikalische Ekstase geübt.

Besonders positiv bei derlei Showact: Er führt Generationen zusammen. Die Theater-Abonnenten erfreuten sich genauso am Programm wie Senioren und Eltern mit ihren Kindern. Die hatten in der ersten Reihe besonderen Spaß, stellte sich doch die stimmgewaltige Protagonistin während der Show mal kurz für Selfies zur Verfügung. Zum Schluss gabQs Standing Ovations und eine satte Zugabe erneut mit "Shout", bei dem die Akteure auf der Bühne und das klatschende und jubelnde Publikum noch einmal alles gaben.

Quelle: RP
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