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Remscheid
So hilft die Polizei nach dem Einbruch

Remscheid: So hilft die Polizei nach dem Einbruch
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Remscheid. Seelsorge, praktische Beratung und auch Ermittlungsarbeit leisten die Bezirksbeamten der Polizei bei ihren Nachsorge-Gesprächen bei Einbruchsopfern in Remscheid. Zwei Polizisten berichten. Von Henning Röser

"Ich ziehe hier aus." Für die alte Dame stand nach dem Einbruch in ihre Wohnung im vierten Stock eines Mehrfamilienhauses fest, dass sie dort nicht bleiben kann. Sie fühlte sich nicht mehr sicher. Dem Lüttringhauser Bezirksbeamten Ralf Bäcker gelang es schließlich nach langem Gespräch, der Frau die Angst vor einem erneuten Einbruch zu nehmen. Sie ließ auf seinen Rat ihre Tür mit einem Panzerriegel und einem Spion in Kopfhöhe sicher - und blieb in ihrer Wohnung.

Solche Reaktionen seien typisch für die Opfer von Wohnungseinbrüchen, sagt Bäcker. Die Tatsache, das unbekannte Menschen gewaltsam in Räume eingedrungen seien, in die man normalerweise "nicht mal jeden Bekannten lässt", verursache einen Schock. "Vor allem Frauen sind da sehr sensibel", ergänzt sein Kollege Dieter Jakobi aus Lennep.

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Nachsorgegespräche heißen bei der Polizei diese Besuche der Bezirksbeamten. Ein bis zwei Tage nach dem Einbruch kommen sie zu den Opfern, um noch einmal mit ihnen zu sprechen. Zunächst mal wird dann einfach nur zugehört. Die Einbruchsopfer berichten von ihrem Schock, ihrer Wut, von den seelischen Nachwirkungen des Einbruchs in ihre Intimsphäre. "Wir nehmen uns Zeit", sagt Bäcker. So ein Besuch könne schon mal Stunden dauern.

Meist lande man im Verlauf des Gesprächs dann automatisch irgendwann bei der Frage, wie man sich künftig besser schützen kann, sagt Jakobi. Dann geben die Polizisten erste Tipps für die Sicherung von Fenster und Türen, machen eine erste Gefahrenanalyse. Infomaterial zum Einbruchschutz haben sie immer dabei. Wer sich die verschiedenen Systeme anschauen will, kann einen Termin auf der Hauptwache am Quimperplatz vereinbaren. Dort gibt es einen Ausstellungsraum.

Szenen aus dem PolizeiAlltag: Täter brechen Türen auf, räumen Schränke aus, hinterlassen leere Geldkassetten im Schlafzimmer FOTO: Polizei

"Ein normales Fenster dient eigentlich nur dazu, Wind und Regen abzuhalten", sagt Bäcker. Der "Sebastian Vettel unter den Einbrechern" habe es in wenigen Sekunden geöffnet. Solche Sätze machen Eindruck. Jakobi geht auf seinen Runden durch Lennep auch schon mal in die Offensive. Wenn er eine offene Terrassentür sieht, und niemand ist im Zimmer, klingelt er an der Tür. "Wenn ich den Leuten dann erzähle, dass ich gerade in ihrem Wohnzimmer gestanden habe, sind die erst mal baff."

Doch auch als Ermittler sind die Bezirksbeamten bei ihren Besuchen gefragt. "Meist werden wir schon vor der Tür oder im Flur angesprochen", sagt Bäcker. "Sind sie wegen des Einbruchs von gestern hier?" heißt es dann - und im Anschluss bekommen die Beamten häufig noch wichtige Zeugenhinweise, die sie dann an die Kollegen von der Kripo weitergeben.

Quelle: RP
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