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So mixen Schüler Kunstwerke digital

Remscheid. Das Röntgen-Gymnasium nutzt verstärkt digitale Medien im Unterricht - auch sehr kreativ. Von Solveig Pudelski

Bilder können lügen. Hat der griechische Finanzminister Varoufakis im Video wirklich den Stinkefinger gezeigt? Hat das Top-Model auf der Titelseite der Vogue tatsächlich eine perfekte Haut und so leuchtend blaue Augen? Oder ist alles nur digital getrickst? Frank Tischer, Kunstlehrer am Röntgen-Gymnasium, zeigt Schülern im Unterricht auf, wie stark täuschend echt digitale Bilder wirken. Dabei sind sie oft bearbeitet, gaukeln etwas vor und können daher Menschen manipulieren.

Aber das ist nur ein Beispiel von vielen, wie die Digitalisierung zum Unterrichtsthema wird - und letztlich Schule prägt. Neue Medien, Webcams, E-Learning, Nutzung von Mediatheken, Youtube und anderes ersetzen zwar nicht Bücher und Tafel, aber sie ergänzen sie immer mehr.

"Die Digitalisierung hat die Welt der Kinder komplett verändert", sagt der Direktor des Röntgen-Gymnasiums, Matthias Lippert. Damit meint er nicht nur das technische Equipment aus PC, Notebook oder active board, eine Art digitaler Tafel, und manchmal auch Smartphone. Er und sein IT-Fachkollege Matthias Heming sprechen auch von den Gefahren, die im Netz lauern - etwa bei Facebook, bei WhatsApp und beim Umgang mit persönlichen Daten. Kein Wunder also, dass das Thema der jüngsten Projektwoche der fünften bis achten Jahrgangsstufen "Cybermobbing" lautete.

"Medienerziehung heißt auch, zu hinterfragen, wie seriös die Quellen sind", nennt Lippert ein Unterrichtsziel. Vorsicht, lautet auch der Appell an die Lehrer, äußerst sorgfältig den Schutz persönlicher Daten wie Notenlisten zu gewährleisten.

Das Röntgen-Gymnasium hat in vielerlei Hinsicht auf die digitale Revolution reagiert - mit klaren Regeln und einem Verhaltens-Kodex. Dazu gehört zum Beispiel, dass Schüler ihre Smartphones ausgeschalten. "Es sei denn, wir haben gerade keine Notebooks zur Hand und die Schülern sollen mal schnell etwas im Internet recherchieren", sagt Heming, der MINT-Fächer am Rögy unterrichtet. Die meisten hätten gute, teilweise sehr hochwertige Geräte und eine Flatrate.

Beide Lehrer weisen auf die vielen positive Seiten der Digitalisierung hin. "Im Schulalltag kann man vieles erleichtern", sagt Heming, zückt sein Smartphone, auf dem er eine schuleigene Vertretungs-App aufgerufen hat. Tipp, tipp, tipp - und schon weiß der Schüler, wer in der nächsten Stunde vor ihm steht, wenn die Englisch-Lehrerin krank ist. Nahezu unerschöpflich sind die digitalen Quellen, aus denen für den Unterricht geschöpft werden kann. Trockene Matheformeln? "Nicht, wenn im Youtube-Video ein p-q- oder Pythagoras-Formelsong eines Mathe-Studenten zu hören ist", sagt Heming schmunzelnd und stimmt die ersten Takte an. Eine Formel als Liedtext mit flotter Melodie unterlegt speichern graue Zellen leichter.Kreativität war auch gefragt, als die Gymnasiasten im Kunstunterricht von Frank Tischer dann selbst in den digitalen Malkasten griffen: Aus zwei weltberühmten Bildern machten sie am PC eins: "Mona-Dürer" zeigt auf verblüffende Art Leonardo da Vincis Mona Lisa mit Bart - und eindeutigen Gesichtszügen von Albrecht Dürer.

Wird 2020 nur noch online und per Skype unterrichtet? Matthias Lippert sagt klar: "Das persönliche Gespräch mit Schülern, Eltern und Kollegen ist nicht zu ersetzen." Und selbst Heming als medienaffiner Junglehrer ergänzt: "Auch die Kreidetafel hat noch ihre Daseinsberechtigung."

Quelle: RP
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