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Remscheid
So schützt man sich gegen Einbrecher

Remscheid: So schützt man sich gegen Einbrecher
Sicherheitsberater Bernd Schäfer zeigt interessierten Bürgern, wie sie ihr Haus sichern sollten. FOTO: Peter Meuter
Remscheid. Die Polizei informiert mit der Aktion "Riegel vor!" über wichtige Sicherheitsmaßnahmen. Auch eine erhöhte Aufmerksamkeit hilft. Von Anna Mazzalupi

Die dunkle Jahreszeit ist die Hochsaison für Einbrecher. Durch offene Fenster oder ungeschützte Türen verschaffen sich die Diebe Zugang in Haus oder Wohnung. Um für das Thema zu sensibilisieren und über Schutzmaßnahmen zu informieren, zeigte die Polizei Wuppertal gestern auf dem Remscheider Wochenmarkt Präsenz mit einem Infostand.

Seit 2011 macht die Polizei im Rahmen der Aktion "Riegel vor! Sicher ist sicher" auf die Thematik aufmerksam. Nur rund 30 Sekunden und einen simplen Schraubenschlüssel benötigt ein routinierter Profi, um unbefugt ins Innere zu gelangen, wenn Fenster und Türen nicht dem neusten Sicherheitsstandard entsprechen. "Das ist der große Knackpunkt", erklärt Kriminaloberhauptkommissar Eckhard Klesser.

So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern FOTO: dpa, Robert Schlesinger

Eine Pilzkopfzapfenverrieglung, wie sie in neuen, sicherheitszertifizierten Fenstern zu finden ist, macht es den Einbrechern schwer - bis zu 95 Prozent scheitern daran, betont Klesser. Mit rund 700 Euro sind die Fenster allerdings nicht gerade günstig. Ältere Rahmen können aber unter Umständen damit nachgerüstet werden.

Eine kostengünstigere Alternative sind zusätzliche Schlösser sowie Scharniersicherungen, die es zusammen ab etwa 100 Euro gibt. Alles, was es den Einbrechern erschwere, sei hilfreich, betont der Experte. Die Statistik zeige, dass es sich lohne, solche Elemente anzubringen. Für Wohnungen in den oberen Stockwerken von Mehrfamilienhäusern sei eine Sicherung der Wohnungstüre, etwa mit einer Querverriegelung, sinnvoll. Mieter müssen das allerdings vorher mit ihrem Vermieter absprechen. Eigentümer, die ihre Immobilie zum Thema Sicherheit auf den neusten Stand bringen wollen, erhalten vom Staat rund zehn Prozent Zuschuss.

Das bedeuten die Gaunerzinken FOTO: RP-Grafik

Zwar sei die Zahl der Einbrüche in diesem Jahr bisher noch um rund 45 Prozent geringer als 2016. Die Hauptsaison fange aber gerade erst an. Neben ortskundigen Gelegenheitsdieben stecken oft auch organisierte Einbrecherbanden dahinter. Umso wichtiger sei es, dass aufmerksame Nachbarn oder Passanten sofort unter der 110 melden, wenn sie etwas Auffälliges beobachten, appelliert Klesser. "Lieber einmal zu viel anrufen, als einmal zu wenig." Denn, wenn wirklich einmal eingebrochen wurde, sitze der Schock bei den Betroffenen tief, könne sogar zum Trauma werden.

Die Seniorensicherheitsberater waren ebenfalls vor Ort und gaben den älteren Besuchern spezielle Tipps, etwa keine Fenster auf Kipp zu lassen oder aber nicht die Tür nur ins Schloss fallen zu lassen. "Ältere sind oft sehr hilfsbereit. Deshalb sagen wir ihnen, dass sie erst einmal durch die verschlossene Türe fragen sollen, wer dort ist", merkt Seniorensicherheitsexpertin Lena Petrus an.

Besucher Jörg Orlowski findet das Beratungsangebot der Polizei gut. Er kam zufällig am Stand vorbei und ließ sich die verschiedenen Sicherungsmöglichkeiten erklären. "Wir haben immer schon mal darüber nachgedacht, aber sind nie aktiv geworden, vermutlich aus Bequemlichkeit. Aber jetzt weiß ich, wo ich hin kann", sagte er.

Klesser und seine Kollegen wünschen sich jedenfalls, dass mehr Menschen präventiv etwas tun, um Einbrüchen vorzubeugen.

Quelle: RP
 
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