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Remscheid
So will Remscheid Touristen locken

Remscheid - Sightseeing in Bildern
Remscheid - Sightseeing in Bildern FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Die Übernachtungs-zahlen im ersten Quartal sind rück-läufig. Doch hofft das Tourismus Marketing auf einen Auf-schwung im Sommer. Rad- und Wander-routen sollen der Stadt und ihrer grünen Umgebung Urlauber bringen. Von Bernd Bussang

Grund zur Euphorie gibt es bei den Remscheider Tourismus-Managern derzeit nicht, denn die jüngsten Zahlen sind negativ. In den ersten drei Monaten des Jahres ging die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,8 Prozent auf 23 600 zurück. Allerdings auf hohem Niveau. Im Vorjahr hatte Remscheid bei den Übernachtungen ein Plus von 10,4 Prozent verbucht. Während Sauerland (plus 7,8 Prozent) und Münsterland (plus 5,9 Prozent) für das erste Jahresquartal 2016 satte Zuwächse melden, gehen im Bergischen Land die Übernachtungszahlen insgesamt um 2,0 Prozent zurück, im Bergischen Städtedreieck sogar um 4,2 Prozent.

Für Holger Piwowar sind diese Zahlen kein Alarmsignal. Der Geschäftsführer des Vereins Bergisches Land Tourismus Marketing hält sie für nachvollziehbar, nachdem Remscheid viele Jahre lang steigende Übernachtungszahlen verbucht habe. Auch der Messekalander könne gerade zum Jahresbeginn eine Rolle spielen. "Manche Messe in nahegelegenen Städten findet eben nur alle zwei Jahre statt." Für die beginnende Sommersaison sieht Piwowar Remscheid im Tourismussektor gut aufgestellt. Mit Rad- und Wandertourismus will die Werkzeugstadt bei Ausflüglern und Urlaubern punkten.

Eine typische Urlaubsstadt ist Remscheid nicht. Gerade mal knapp zwei Tage bleibt der Reisende im Schnitt in der Stadt. Auch fehlt der Stadt anders als dem Nachbar Solingen ein Campingplatz. Ein Gradmesser für das Interesse der Kunden seien jedoch Reisemessen, weiß Piwowar. Dort seien den Tourismusförderern aus dem Bergischen die "Prospekte aus der Hand gerissen" worden. Piwowar: "Wir haben rund 60.000 Prospekte auf solchen Messen verteilt."

Remscheids gute Anbindung an die alten bergischen Bahntrassen, die als Fahrradwege genutzt werden, hilft. Werkzeugtrasse, Korkenziehertrasse, Nordbahntrasse und Balkanroute sind zunehmend attraktiv nicht nur für Tagesausflügler, sondern auch für Übernachtungsgäste. So biete etwa der "Wuppertaler Hof" an der Lüttringhauser Straße seinen Gästen in Kooperation mit Radsport Nagel Pauschalarrangements an, berichtet Piwowar, Wer mit dem eigenen Rad vorfährt, bekommt sicheren Unterstand für die Nacht. Wer keinen Drahtesel mitbringt, kann einen ausleihen - Kartenmaterial, Flickzeug und Lunchpaket inklusive. "Bed & Bike" heißt der Trend - zwei Förderprojekte des Landes, an denen auch Remscheid beteiligt ist, zielen in diese Richtung. Dabei werden unter anderem Gastronomen und Hoteliers unterstützt, sich diesen Zielgruppen zu nähern. "Beim Radfahren müssen wir groß denken", sagt Piwowar. Deshalb seien Kooperationen mit Nachbarstädten und -regionen wie dem Rheinisch-Bergischen Kreis und dem Kreis Mettmann so wichtig.

Ein weiterer Schwerpunkt seien die Wanderwege, die zunehmend beachtet und durch neue Wegweiser und Kartenmaterial attraktiver gestaltet würden. Kulturelle Attraktionen wie Von-der-Heydt-Museum und Skulpturenpark in Wuppertal, Werkzeug- und Röntgenmuseum in Remscheid ergänzen das Angebot. Ein neuer Schwerpunkt der Tourismuswerbung ist das geplante DOC. Am 30. Mai ist dazu ein Treffen der Dehoga mit Gastronomen und Hoteliers sowie Henning Balzer, Projektentwickler von Mc ArthurGlenn, geplant.

Quelle: RP
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