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Remscheid
Solidarität stärkt Flüchtlingshelfer

Remscheid: Solidarität stärkt Flüchtlingshelfer
Viele bunt beklebte und bemalte Steine brachten Bürger auf Initiative der Caritas Anfang Juni mit zur Kundgebung nach Lennep. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Das ehrenamtliche Engagement für Zuwanderer ist in Remscheid trotz anhaltender Anfeindungen stabil. Von Henning Röser

Die Repressionen gegen Remscheider, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, hat in den letzten Wochen etwas nachgelassen. Das Thema sei aber nach wie vor in der Stadt sehr präsent, sagte Johannes Haun von der Ökumenischen Initiative Lüttringhausen gestern bei einem Pressegespräch. So gebe es momentan wieder vermehrt fremdenfeindlichen Wandschmierereien in der Stadt. In einem wird Oberbürgermeister Burkhard Mast-Meisz beleidigt. Und auch die Gemeindehäuser vor allem in Lennep blieben im Fokus derer, die ihre Wut über die Flüchtlingspolitik gegen die Helfer richten.

Bewusst hatte die Arbeitsgemeinschaft freie Wohlfahrtspflege (AGW), zu der unter anderem die AWO, der Caritasverband, der Paritätische, das Diakonische Werk und das DRK gehören, ihr Treffen in dem von der Initiative betrieben F(l)air-Weltladen in Lüttringhausen abgehalten. Damit wolle man ein Zeichen der Solidarität senden, sagte Sprecher Florian Schäfer. Man lasse sich von Steinewerfern nicht einschüchtern. Diese hatten den Flair-Weltladen bereits zwei Mal zur Zielscheibe gemacht. Jeweils wurde eines der beiden großen Schaufensterscheiben an der Gertenbachstraße eingeworfen. Vier Mal wurden zudem Beratungsstellen der Remscheider Caritas mit Steinwürfen beschädigt, darunter drei Mal der "Lotsenpunkt" in Lennep, der sich unter anderem für die Flüchtlingshilfe stark macht.

Eine Spur der Täter fehle weiterhin, berichtete Polizeisprecherin Anja Meis gestern auf BM-Anfrage. Auch eine Anwohnerbefragung in Lüttringhausen habe keine konkreten Hinweise gebracht. Meis bestätigte, dass es in den vergangenen Tagen wieder mehr Wandschmierereien in Remscheid gibt.

Ein Nachlassen der Hilfsbereitschaft erkennt Sandra Engelburg vom Caritasverband Remscheid nicht. Die Berichte der lokalen Medien und die öffentlichen Solidaritätsaktionen wie zuletzt Anfang Juni bei der von 200 Menschen besuchten Kundgebung von "Remscheid Tolerant" in der Lenneper Altstadt stärkten das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe der Helfer. "Öffentlichkeit gibt auch Schutz", sagte Haun. Die Menschen, die sich in ihrer Freizeit für Asylbewerber einsetzen, würden spüren, dass die Öffentlichkeit sensibilisiert sei für das Problem .

Und es gibt auch ganz praktische Hilfe. Wie Haun berichtete, ist bei einer Sammelaktion bei der Veranstaltung in Lennep so viel Geld zusammengekommen, dass die Besitzer der drei Autos, die von unbekannten Tätern beschädigt worden waren, weil sie Aufkleber mit weltoffenen Botschaften trugen, zumindest die Selbstbeteiligung ihrer Autoversicherung nicht selber bezahlen müssen.

Quelle: RP
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