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Remscheid
Sommerliches Konzert auf hohem Niveau

Remscheid. Jugendorchester, Staatsorchester Kaliningrad und Pianistin Céline Kramer spielten in der Lutherkirche. Von Wolfgang Weitzdörfer

Ein Konzertbesuch bei heißem Sommerwetter? Die Idee entpuppte sich schon nach wenigen Minuten in der angenehm kühlen Lutherkirche als ein Genuss. Denn die Musik, die das Remscheider Jugendorchester gemeinsam mit dem Russischen Staatsorchester Kaliningrad präsentierte, war von ganz besonderer Klasse. Die Reihen in der Kirche waren sehr gut gefüllt.

Den Anfang machten die Gastmusiker aus Russland, die unter der souveränen Leitung von Christoph Spengler die vierte Symphonie in e-Moll von Johannes Brahms spielten. Das kontroverse Werk - Zeitgenossin Clara Schumann konnte beispielsweise nicht viel damit anfangen - gefiel mit dramatischen und schmeichelnden Momenten gleichermaßen. Das traumwandlerisch sichere Zusammenspiel der russischen Musiker tat sein Übriges, um die ersten knapp 50 Minuten wie im Flug vergehen zu lassen. Danach war erst einmal Pause mit Orangensaft und Umbau angesagt.

Denn den Rest bestritten die beiden Orchester gemeinsam. Die Freundschaft zwischen Remscheid und Kaliningrad besteht seit zehn Jahren, erzählte Spengler: "Es war Zufall, dass wir für ein Konzert zusammengekommen sind. Aber es passte sofort menschlich und musikalisch gut, so dass wir entschieden haben, regelmäßig miteinander aufzutreten." Erst im vorigen Jahr gastierte das Remscheider Jugendorchester in Kaliningrad.

Im Mittelpunkt der zweiten Hälfte stand die junge Pianistin Céline Kramer, die mit Bravour, Leidenschaft und vollkommen fehlerfrei Sergei Rachmaninoffs Klavierkonzert Nr. 2 in c-Moll darbot. Ganz und gar erstaunlich, über wie viel Sicherheit diese junge Musikerin verfügt. Da wirbelte sie über die Tasten, reihte Glissando an donnernden Akkord, sparte nicht an Dynamik, war mal zärtlich-zurückhaltend, dann wieder furios-fordernd. Kein Wunder, dass das Publikum am Ende dieser starken Darbietung in lautstarken Jubel ausbrach und der jungen Künstlerin auch stehende Ovationen gab. Leichter wurde es dann noch mit zwei Symphonischen Suiten aus "Der Herr der Ringe" und "Forrest Gump" sowie dem "Donauwalzer" von Johann Strauss. Am Ende dieses eindrucksvollen Abends waren zwei Dinge deutlich: Musik ist nach wie vor Völkerverständigung pur - und um den Remscheider Klassik-Nachwuchs braucht man sich absolut keine Sorgen machen.

Quelle: RP
 
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