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Remscheid
"Sophie" feiert heiteren Geburtstag

Remscheid: "Sophie" feiert heiteren Geburtstag
Der Schulleiter und sein besonderer Ehrengast: Schulleiter Carlos Sánchez Martínez begrüßte zum Festakt auch NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Beim Festakt der 1990 gegründeten Gesamtschule sprach auch NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann. Von Stefanie Bona

25 Jahre Sophie-Scholl-Gesamtschule - für die Schulgemeinde und ihre vielen Gäste war dies gestern Nachmittag Anlass, um ausgiebig zu feiern. Mit der Schul-Historie konnten sich die Besucher bei einer Ausstellung beschäftigen, die im Vorfeld zusammengestellt wurde und nun in den Fluren aufgebaut war. In der Mensa ging es dann festlich-heiter zu, wobei in verschiedenen Abschnitten den Anfängen, der Etablierung, der Entwickung und der Gegenwart und Zukunft der Schule Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Jeder Block hatte besondere Darbietungen und einen Festredner oder eine -rednerin zu bieten. Den Anfang machte Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann. "Wir brauchen Schulen wie Ihre, sind sie doch Beispiel für ein gerechteres Bildungssystem", sagte sie. Die besondere und große Leistung der Gesamtschulen sei, Bildungswege länger offen zu halten und damit für mehr Chancengleichheit zu sorgen. Zur Gründungszeit der Sophie-Scholl-Schule im Jahr 1990 seien Ganztagsschulen eher mit Argwohn und mitunter Ablehnung betrachtet worden. Gar als "sozialistische Einheitsschulen" hätten Kritiker die neuen Wege in der Schullandschaft diffamiert. Heute sei der Gedanke an das längere gemeinsame Lernen in der Gesellschaft verankert. Porträts von Namensgeberin Sophie Scholl waren beim Festakt überall präsent.

Und auch die Ministerin ging auf die Bedeutung der Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime ein, die bis heute gerade für junge Menschen Vorbild sei. Durch die Auseinandersetzung mit ihrem Schicksal werde im Schulalltag für Toleranz, Verständnis und gegenseitigen Respekt geworben. Welche Hürden die "Sophie" in den Anfängen zu überwinden hatte, zeigte ein Schattentheater, das an das räumliche Provisorium zu Gründungstagen im Schulgebäude Leverkuser Straße erinnerte. Vor dem späteren Umzug in den Neubau am Hohenhagen, wurde der Unterricht in mobilen Containern abgehalten, die aus Schülererinnerung eher als "Pappmaché-Paläste" im Gedächtnis haften bleiben. Nichtsdestotrotz habe sich die Schule als Erfolgsmodell entpuppt, die individuelle Förderung für jedes Kind biete, lobte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Bildungsbiografien dürften nicht vom sozialen Status des Elternhauses abhängig sein. Dass sich die Sophie Scholl-Schule eines derart großen Zuspruchs erfreue, hinge mit der Schulform, aber ganz entscheidend auch mit der Qualität gerade dieser Schule zusammen.

Schulleiter Carlos Sánchez Martínez, der seine Ansprache gemeinsam mit Schülersprecherin Marigona Maliqi hielt, versprach, dass sich seine Schule den Herausforderungen der Zukunft, wie der Inklusion und Integration von Flüchtlingskindern, genauso engagiert widmen werde, wie den Anforderungen der Vergangenheit. Dazu wünschte er sich die Unterstützung von Ministerium und Politik, Dinge neu angehen und ausprobieren zu können.

Quelle: RP
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