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Remscheid
SPD ehrt Daniela Krein - und damit alle Helfer in der Flüchtlingsarbeit

Remscheid. Mit dem im letzten Jahr von der Remscheider SPD zum ersten Mal verliehenen Preis "Stolz auf Remscheid" wurden diesmal die ehren- und hauptamtlichen Helfer in der Flüchtlingsarbeit vor Ort ausgezeichnet. Stellvertretend nahm Daniela Krein, Geschäftsführerin des Vereins "Begegnen, Annehmen, Fördern" (BAF), den Preis gestern beim Neujahrsempfang von SPD Unterbezirk und Ratsfraktion entgegen. "Ich war und bin berührt, wie viele Menschen unsere Arbeit wohlwollend begleiten", sagte sie.

Die BAF kümmert sich in Remscheid um die Betreuung und Unterbringung der geflohenen Menschen. Zusätzlich stand der Verein im letzten Jahr vor der Herausforderung, mit der Stadt binnen kurzer Zeit drei Notunterkünfte im Auftrag des Landes einrichten zu müssen.

An dieser Stelle dankte Daniela Krein ausdrücklich den Mitgliedern der Feuerwehr Remscheid. "Ohne sie wäre es nicht gelungen, innerhalb von 26 Stunden aus einer Schule eine solche Einrichtung zu machen", erinnerte sie an den letzten Juli, wo das frühere Gebäude der Pestalozzischule im Hauruck-Verfahren bezugsfertig gemacht werden musste.

Die Diplom-Sozialpädagogin nahm zwischen den Zeilen auch Bezug auf die Vorgänge an Silvester in Köln, wo offenkundig Zuwanderer und auch Flüchtlinge in großer Zahl Frauen bestohlen, belästigt und sexuell missbraucht hatten. "Die überwiegende Mehrheit der Asylbewerber, die bei uns leben, ist zur Integration bereit und auch dazu, unsere Werte und Gesetze zu respektieren", hob sie hervor. Aufgrund der religiösen und kulturellen Unterschiede und der sprachlichen Barrieren werde dies aber Zeit in Anspruch nehmen und auch die Geduld der Gesellschaft fordern. Insofern appellierte sie an alle ehrenamtlichen Helfer in der Stadt, die sich auf verschiedene Weise für die von Krieg und Terror geflohenen Menschen einsetzen. "Bitte lassen Sie in Ihrem Engagement nicht nach. Wir brauchen Sie dringend und ohne Sie schaffen wir das alles nicht."

Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion Sven Wolf dankte den Ehrenamtlern, die durch ihren Einsatz den "Flüchtlingen die Würde zurückgeben, die ihnen auf der Flucht genommen wurde." Verfehlungen müssten mit den Mitteln des Rechtsstaates verfolgt, aufgeklärt und geahndet werden. Blinder Aktionismus wie die Gründung von Bürgerwehren oder "geschichtsvergessene" Zutrittsverbote in Schwimmbädern seien die falsche Reaktion. Fremdenfeindliche Hetze und Angriffe erfüllten ihn genau wie die Übergriffe in der Silvesternacht mit Zorn, Angst und Sorge. Auch Gastredner Dr. Thomas Weckelmann, Beauftragter der drei Evangelischen Landeskirchen bei Landtag und Landesregierung von NRW, appellierte, sich gegen jede Form von Hetze abzugrenzen, gleichzeitig aber die Besorgnisse der Menschen ernst zu nehmen.

(bona)
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