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Der blau-gelbe Aufschwung am Schwanen

Handball: Der blau-gelbe Aufschwung am Schwanen
Panther-Tipp: Braco Sladakovic brachte den TuS Wermelskirchen wieder auf Kurs und bleibt am Schwanen, wenn der Abstieg vermieden wird. FOTO: Matzerath
Remscheid. Handball-Verbandsligist TuS Wermelskirchen hat sich vom sicheren Absteiger zu einem ernstzunehmenden Team gewandelt. Von Niklas Frielingsdorf

Nicht erst seit dem so wichtigen Heimerfolg seiner Schützlinge am vergangenen Spieltag gegen den gleichermaßen abstiegsgefährdeten Tabellennachbarn aus Cronenberg ist Braco Sladakovic optimistisch, dass die "Mission Klassenerhalt" mit dem TuS Wermelskirchen ein Happyend finden wird. "Wir werden den Klassenerhalt zu 95 Prozent schaffen", sagt der TuS-Trainer, der dabei genau im Blick hat, dass seine Mannschaft den direkten Abstieg seit kurzem rechnerisch vermieden hat. Mehr noch: Vier Spieltage vor Schluss hat sich der TuS auch noch einen Zwei-Zähler-Vorsprung vor Platz zwölf erarbeitet, der womöglich die Teilnahme an der ungeliebten Relegation bedeuten könnte.

Fraglos eine recht komfortable Situation für das Kellerkind, das eine beispiellose Niederlagenserie erdulden musste und im vergangenen Herbst fast genau zwei Jahren auf einen doppelten Punktgewinn wartete. Damals krebsten die Blau-Gelben punkt- und beinahe hoffnungslos am Ende der Liga herum. Zu diesem Zeitpunkt übernahm Sladakovic das Kommando, der den erfolglosen Carsten Kuhlwilm an der Seitenlinie ablöste. Er sah "eine total verunsicherte Mannschaft, die mehr oder weniger ohne Konzept zusammengewürfelt war und körperlich wie spielerisch in keinem guten Zustand war". Nicht umsonst bezeichnet der 56 Jahre alte Serbe die Aufgabe rückblickend immer noch als "eine Art Himmelfahrtskommando".

TuS-Abteilungsleiter Eckhard Schmied habe ihn trotz der schwierigen Umstände damals schlichtweg zur richtigen Zeit angesprochen - auf Anraten der Bergischen Panther übrigens. "Ich hatte aus beruflichen Gründen viel zu lange nichts mehr im Handball gemacht und wollte unbedingt wieder als Trainer arbeiten. Da war der TuS eine schwierige, aber trotzdem interessante und anspruchsvolle Aufgabe", erklärt Sladakovic, der zuvor bis 2003 den Leichlinger TV in der Oberliga gecoacht hatte.

Der TuS und Sladakovic, die taumelnde Mannschaft und der Trainerfuchs - das sollte sich schnell zu einer Einheit zusammenfügen. Gleich im zweiten Spiel seiner Amtszeit, Anfang November am Schwanen gegen den TB Wülfrath, gelang der gleichermaßen ersehnte wie erlösende erste Saisonsieg. In der Folge holten die Wermelskirchener unter der Führung des neuen Trainers bis heute in 16 Partien immerhin fünf Siege und zwei Unentschieden - eine Bilanz, von der beim Amtsantritt Sladakovic' wohl niemand zu träumen gewagt hätte.

"Wir haben in dieser Zeit viel gearbeitet - psychisch und physisch. Viele Spieler haben sich gut weiterentwickelt. Allerdings gewinnen wir unsere Spiele noch immer nur dann, wenn wir kämpferisch alles geben", sagt Sladakovic, der sich selbst als "harten Arbeiter" beschreibt und dem die Arbeit beim TuS "sehr viel Spaß macht".

So viel Spaß, dass er seinen Vertrag in Wermelskirchen mittlerweile verlängert hat. Jedenfalls für den Fall, dass es für das Team auch in der kommenden Saison in der Verbandsliga weitergeht. Denn auf Abstieg oder Stagnation hat Sladakovic keine Lust. "Es muss irgendwie vorangehen", sagt er mit einem vielsagenden Schmunzeln, "und Lust dazu, schon wieder so viel zittern zu müssen, habe ich auch nicht".

Nicht zuletzt deshalb steckt er schon länger gemeinsam mit Eckhard Schmied in den Kaderplanungen für die nächste Saison. Die Gespräche mit dem aktuellen Kader, den bislang nur Lennart Maesch in Richtung Wülfrath verlassen wird, aber auch potenziellen Neuzugängen laufen. Bedarf sieht Sladakovic vor allem im rechten Rückraum, auf beiden Außenbahnen und am Kreis. "Auch ein erfahrener Abwehrspezialist würde uns helfen", sagt der TuS-Trainer.

Quelle: RP
 
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