| 00.00 Uhr

Schwimmen
Der Weg nach Rio führt für Hannes Schürmann über Berlin

Remscheid. Schwimmen: Internationale Deutsche Meisterschaft als letzte Chance zur Paralympics-Qualifikation. Auch Krzyzaniak startet.

Drei Monate noch bis zu den Paralympics in Rio de Janeiro. Da kommt der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) der Schwimmer mit Behinderung in Berlin eine besondere Bedeutung zu. Denn im "Europa-Sportpark" in der Bundeshauptstadt bietet sich vom 9. bis 12. Juni den deutschen Spitzenathleten die letzte Chance, sich für Rio zu qualifizieren. Aber auch viele andere Nationen nutzen das Weltklasseniveau der Wettkämpfe für ihre Paralympics-Qualifikation.

Wie in den Vorjahren wird die IDM ein Festival der internationalen Begegnung sein. Russen, Ukrainer, US-Amerikaner, Iraner, Israelis und Chinesen treffen sich im Wettstreit um Rekorde und persönliche Bestleistungen. Neben den Besten der Besten schwimmen auch vielversprechende Nachwuchstalente und Masters-Schwimmer um Medaillen und Bestzeiten. Insgesamt haben 450 Schwimmer aus 36 Nationen gemeldet. Darunter sind auch die beiden Remscheider Aushängeschilder im Behindertensport, Anna Krzyzaniak, die für die Startgemeinschaft Bergisch Land schwimmt, und Hannes Schürmann, der für die SG Bayer antritt.

Das Duo reist jedoch mit unterschiedlichen Voraussetzungen und sportlichen Zielen in die Bundeshauptstadt. Krzyzaniak, die in den letzten beiden Jahren eine sehr positive Entwicklung genommen hat und ihre Leistungen stetig steigern konnte, wird in Berlin neun Starts (100m Schmetterling, 200 und 400m Lagen, 50, 100 und 200m Rücken, 50, 100 und 400m Freistil) absolvieren. Damit ist die Teilnahme an der IDM für sie der Saisonhöhepunkt. Sie möchte so viele Bestzeiten wie möglich zu schwimmen und sich vielleicht für das eine oder andere Jugendfinale qualifizieren.

Hannes Schürmann, der in den Jugendklassen eine ähnliche Entwicklung wie Anna Krzyzaniak nahm, muss im Seniorenbereich erfahren, dass in der Leistungsspitze die Luft deutlich dünner und die Konkurrenz wesentlich stärker ist. Der Weg in die absolute Weltspitze bedeutet viel Aufwand, Entbehrungen und erfordert neben vorhandenem Talent, Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und auch viel Fleiß. Nachdem er 2016 eine hohe sportliche und schulische Belastung erlebt hat und immer wieder gesundheitliche Rückschläge verkraften musste, möchte sich Schürmann nun seinen großen sportlichen Traum der Paralympic-Teilnahme erfüllen. Nach der EM-Teilnahme und soliden Leistungen auf Madeira, will er versuchen, doch noch das Ticket für Rio zu lösen.

Dafür hat Schürmann nach Abschluss der Fachabiturprüfungen noch einmal hart und konzentriert, jedoch weiterhin nicht frei von gesundheitlichen Problemen gearbeitet. In Berlin möchte der Remscheider sein volles Leistungspotenzial abrufen und sich gegen Konkurrenz aus der Weltspitze behaupten. Insgesamt sechsmal wird Schürmann starten. Den Auftakt bilden heute die 200m Freistil. Weiter geht es am Freitag mit den 100m Freistil. Und am Samstag schließen sich die 400m Freistil, die Paradestrecke Schürmanns, an. Hier will er versuchen, die Rio-Norm zu knacken. Den Abschluss bilden für ihn die Wettkämpfe über 100m Rücken, 200m Lagen und 50m Schmetterling.

Infos und Ergebnisse gibt es im Internet unter www.idm-schwimmen.de. Hier wird auch Onlinetiming und ein Livestream angeboten.

(BM/HS)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Schwimmen: Der Weg nach Rio führt für Hannes Schürmann über Berlin


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.