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Handball
Dramatische Schlussphasen ohne Happy End

Handball: Dramatische Schlussphasen ohne Happy End
Verletzte sich schwer am Knie: HGR-Rechtsaußen Lukas Pütz (li.). FOTO: Hertgen
Remscheid. Handball-Oberliga: HG Remscheid remis gegen Königshof, Panther verlieren das bergische Derby gegen die BHC-Reserve. Von Henning Schlüter und Frank Lorenzet

HG Remscheid - DJK Adler Königshof 28:28 (16:16) - Gut gespielt, alles gegeben, vom Publikum gefeiert worden und wenigstens einen Punkt ergattert. Doch entspannte Gesichter gab es nach der Schlusssirene bei der HGR kaum. Zu sehr zehrte am Nervenkostüm, dass Danyon Jähnichen und Jacek Krajnik in den Schlusssekunden zweimal freistehend am ehemaligen HGR-Keeper Nils Schmidt im Adler-Tor gescheitert waren. Zu tief saß zudem der Schock, nachdem sich Rechtsaußen Lukas Pütz sieben Minuten vor dem Ende bei einem Tempogegenstoß schwer am Knie verletzte. Erste niederschmetternde Vermutung: Kreuzbandriss. "Ich bin unglücklich gelandet und hab' mir das Knie verdreht", schilderte Pütz die Situation nach seinem Gegenstoß-Tor zum 26:26-Zwischenstand: "Das war dasselbe Gefühl wie bei meinem ersten Kreuzbandriss am anderen Knie, irgendwas ist kaputtgegangen." Genauen Aufschluss über die Verletzung soll eine MRT-Untersuchung bringen.

Rein sportlich gesehen hat die HGR angesichts der dramatischen Schlusssekunden zwar einen Sieg verschenkt, durfte sich aber irgendwie auch als Sieger fühlen und von den Fans feiern lassen. Denn nach ausgeglichenem Spielverlauf und wechselnden Führungen drohten die Felle der Gastgeber beim 24:26 (52.) davonzuschwimmen. Doch die HGR kämpfte unverdrossen weiter. "Es ist eine echte Freude, diese Jungs zu trainieren", sagte Spielertrainer Lukas Steinhoff hinterher. Ihm pflichtete sein "Spannmann" Detlef Randzio bei: "Charakterlich ist es unglaublich stark, was die Jungs zeigen."

So kamen die Remscheider durch die letzte Aktion von Lukas Pütz auf 26:26 heran (53.), glichen zwei weitere Rückstände durch Jacek Krajnik und André Niese aus und hatten in der Schlussminute zweimal die Chance zum Sieg, den ihnen allerdings Adler-Keeper Schmidt vermasselte.

Keine weiteren Neuigkeiten gibt es bei der Zusammenstellung des Kaders für die neue Saison. Hinter den Kulissen werden intensiv Gespräche mit möglichen Neuzugängen geführt. Noch nicht endgültig entschieden ist die Zukunft von Luca Lewandowski, der aber sagte: "Es sind nur noch ein paar Kleinigkeiten zu klären."

HGR-Tore: L. Pütz (5), Niese, Saalmann, Krajnik (je 4), Jungjohann, Kachelmaier (je 3), Lewandowski (2), Baier, Steinhoff, Voss (je 1).

Bergische Panther - Bergischer HC II 25:26 (12:12) - Nächster Rückschlag für die Panther im Kampf um Platz vier in der Endabrechnung: Im bergischen Derby vor nur rund 100 Zuschauern in der Max-Siebold-Halle entführte der abstiegsgefährdete Gast in einer schwachen, aber bis zum Schluss spannenden Partie nicht unverdient beide Punkte. "Sie haben den Sieg einen Tick mehr gewollt, und das hat den Ausschlag gegeben. Für uns war trotz der angespannten personellen Situation sicherlich mehr drin", sagte Panther-Trainer Marcel Mutz, der tief enttäuscht war.

Nach ausgeglichenem Spielverlauf über 5:6 (15.) und 9:11 (21.) im ersten sowie 16:16 (40.) und 21:21 (50.) im zweiten Abschnitt, kam es zu einem knisternden Showdown in der Endphase der Partie. Beim 24:24 (56.) vergab der bis dahin sichere Siebenmeter-Schütze Alexander Zapf einen Strafwurf plus Nachwurf. Beim 25:25 (58.) scheiterte Erwin Reinacher und handelte sich dazu eine Zeitstrafe wegen Meckerns ein. Nach dem 25:26 nahm Mutz 21 Sekunden vor dem Schlusspfiff eine Auszeit. Aber statt den sechsten Feldspieler zu bringen (Mutz: "Wir hatten kein Leibchen"), spielten die Panther in Unterzahl weiter, und der letzte, verzweifelte Wurf von Zapf blieb in der BHC-Abwehr hängen.

Panther-Tore: Zapf (12/5), Kluge (7), Wolter (3), De la Fuente (2), Reinacher (1).

Quelle: RP
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