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Lokalsport
Eine Runde, zwei Beine, 3800 Läufer

Das sind die Bilder vom Röntgenlauf 2016
Das sind die Bilder vom Röntgenlauf 2016 FOTO: Moll, J�rgen
Remscheid. Wie es sich gehört, wenn viele liebe Gäste kommen, hat sich Remscheid gestern wieder mal herausgeputzt: Traumhaftes Spätherbstwetter, die Wälder eingetaucht im "Indian-Summer-Look" - besser konnten die Voraussetzungen für die 16. Auflage des Röntgenlaufs nicht sein.

Das wurde honoriert: Rund 3800 Starter traten bei den vielen verschiedenen Wettbewerben in Hackenberg und entlang des Röntgen-Wanderweges an. Damit machten sie die Stadt einmal mehr zu einem Lauf-Mekka der besonderen Art.

Familienbande I. Eine ganz besondere Form der Familienplanung haben Johannes und Jacqueline Strasmann hingelegt: Beim letzten Röntgenlauf startete Johannes Strasmann über die 100 Kilometer und machte noch im Ziel seiner Angebeteten einen Heiratsantrag. Sie nahm an. Gestern war das Duo zu dritt in Hackenberg – zusammen mit Tochter Jolina. Die ist gerade drei Monate alt. Die Strasmanns sind nicht nur auf der Strecke schnell . . .

Familienbande II. Für ein staunendes Lupfen der Augenbrauen sorgte Frithjof Grande im Vorfeld des Röntgenlaufs, als er kundtat, diesmal eine Premiere feiern zu wollen. Sonst fühlt er sich auf den langen Strecken zuhause, diesmal werde er aber im Sprint starten, sagte der Lüttringhausener: Statt im Halbmarathon trat der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Volksbank Remscheid-Solingen als Begleitschutz für Patenkind Luca (dreieinhalb Jahre) beim Bambini-Lauf über 400 Meter an. Grande und Luca übten im Vorfeld fleißig, zudem gab's eine verlockende Aussicht: "Wenn Du bis ins Ziel kommst, gibt's auch ein Geschenk von mir", versprach Grande. Er muss Wort halten, Luca hielt durch.

Familienbande III. Im Marathon-Ziel im Eschbachtal ging es nicht nur um Zwischen- und Endzeiten, sondern auch um Wechselzeiten. Denn hier wurde der letzte der drei Läufer bei den Ultra-Staffeln auf den Weg geschickt. Bei der Übergabe der Chips war dabei das "Buschi-Trio" aus Radevormwald, bestehend aus Jonathan, David und Dirk Busch, besonders schnell. Nur drei Sekunden dauerte die Übergabe, ehe der Schlussläufer auf die letzten 21,1 Kilometer geschickt wurde.

Abflug. Zum Regenerieren bleibt Dr. Volker Peinke nicht viel Zeit. Der Remscheider Mediziner lief gestern den Halbmarathon in 1.41:48 Stunden, macht sich heute Morgen aber mitsamt viel Gepäck auf den Weg nach Masaka in Uganda. Dort hilft er in den nächsten viereinhalb Wochen unentgeldlich als Arzt beim Projekt "Our children and our future" des Remscheiders Franz Lebfromm. Peinke: "Ich mache das nicht zum ersten Mal. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, den Menschen dort zu helfen. Und sie helfen mir, mich zu erden."

Holzfäller. Einen ordentlichen Schrecken bekamen die Organisatoren des Röntgenlaufs, als am Samstag Bäume in Ehringhausen gefällt wurden – und quer über der Laufstrecke lagen. Noch am gestrigen Morgen herrschte lange Rätselraten, ob der Weg für die Läufer frei ist – bis schließlich Entwarnung gegeben werden konnte.

Abgeschleppt. Einen Schrecken werden auch sieben Autofahrer bekommen haben, die am Sonntagmorgen ihr Auto vermisst haben werden. Der Grund: Die Fahrzeuge standen im Bereich der Altstadt an der Strecke im Weg und mussten abgeschleppt werden.

Zukunftsperspektive. "Wir haben uns bereits einige Gedanken gemacht, angesichts des bevorstehen Umbaus des Sportzentrums Hackenberg in Verbindung mit dem Bau des DOC", sagte Mitorganisator Bernd Fiedler vom Röntgensportclub. Derzeit sieht allerdings alles danach aus, dass auch in den kommenden Jahren der Röntgenlauf im gewohnten Rahmen stattfinden wird. "Wir planen auch für 2017", sagt Fiedler. Zuletzt war durchgesickert, dass mit dem Bau des Designer Outlet-Centers nicht vor 2018 zu rechnen ist.

TT-Trio. Nur einen Tag nach dem historischen Tischtennis-Derby zwischen der SG Kolping Remscheid und dem Remscheider TV, das der RTV für sich entschied, ließen mit Arnd Umminger, Dirk Katthagen (beide RTV) und Peter Sehnke (SG Kolping) drei Athleten ihren Schläger zu Hause und schnallten ihre Laufschuhe unter. Nach 21,1 Kilometern hatte Katthagen die Nase vorn – vor Umminger und Sehnke. Für Letzteren war das Rennen allerdings noch nicht beendet. Denn im Gegensatz zu seinen Tischtennis-Konkurrenten vom RTV lief er den Ultra.

Alle Ergebnisse des Röntgenlaufs gibt es im Internet auf der Homepage unter
www.roentgenlauf.de

 

Quelle: RP
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