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Judo
Emotionale Achterbahnfahrt

Remscheid. Bei der Judo-Kata-DM müssen sich Thiemann und Goldschmidt mit dem zweiten Platz begnügen. Von Michael In't Zandt

Bei den Deutschen Judo-Kata-Meisterschaften in Backnang durchlebten Godula Thiemann (Wermelskirchener TV) und Jenny Goldschmidt (JC Bushido Köln) eine emotionale Achterbahnfahrt. In ihrer Paradedisziplin Katame-no-kata (Form der Bodentechniken) wurden sie ihrer Favoritenrolle in der Vorrunde gerecht und setzten sich mit großem Vorsprung durch. Doch in der Finalrunde kam das böse Erwachen. Trotz einer erneut starken Vorstellung blieb dem Duo am Ende nur die Silbermedaille.

Dabei lief es für Thiemann und Goldschmidt, die aufgrund eines eine Woche zuvor erlittenen Unfalls mit einer Kopfverletzung und einem geprellten Ellenbogen an den Start ging, am ersten Wettkampf überraschend gut. In der Disziplin Kodokan Goshin-jutsu, einer Form der Selbstverteidigung, hatte sich das Duo zum Ziel gesetzt, den fünften Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen. Angesichts des starken Starterfelds war dies kein leichtes Unterfangen. Doch Thiemann und Goldschmidt zeigten eine gute Demonstration mit nur einem kleinen Wackler. Zu ihrer Überraschung gelang ihnen mit hauchdünnem Vorsprung von nur einem Punkt der Sprung aufs Treppchen. Hinter den EM-Teilnehmern aus der Pfalz und aus Berlin holten sie Bronze.

In ihrer Paradedisziplin Katame-no-kata gingen sie als Favoriten auf die Matte, da erstmals das seit Jahren international erfolgreiche Spitzenpaar aus Niedersachsen nicht mehr am Start war. Dieser Rolle wurde das Duo in der Vorrunde gerecht und schloss diese trotz der Verletzung Goldschmidts mit 443 Punkten und nahezu 50 Zählern Vorsprung auf Platz zwei als Spitzenreiter ab.

Für die Finalrunde gab es dann allerdings den ungeliebten ersten Startplatz. Thiemann und Goldschmidt gaben bei Temperaturen um die 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit noch einmal alles. Obwohl Goldschmidts Kopfverletzung bereits bei einer der ersten Techniken wieder zu bluten begann, brachten sie ihre Kata konzentriert zu Ende.

Das Gefühl, sich noch einmal gesteigert zu haben, sollte sich leider als trügerisch erweisen. Die Wertungsrichter sahen stattdessen einen deutlichen Leistungsabfall im Vergleich zur Vorrunde und stuften die beiden auf 395 Punkte zurück. So blieb ihnen mit acht Punkten Rückstand wieder einmal nur Silber, dieses Mal hinter einem anderen Paar aus Nordrhein-Westfalen.

Gold gab es dann in der Mannschaftswertung, die der Nordrhein-Westfälische Judo-Verband zum dritten Mal in Folge für sich entschied.

Quelle: RP
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