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FCR trennt sich von Putz, Jakubauskas, Hosnjak

Lokalsport: FCR trennt sich von Putz, Jakubauskas, Hosnjak
Vorbei: Nur Torwarttrainer Christian Steinhauer (li.) und Betreuer Achim Präger (Mitte) sind noch im Amt. Ingmar Putz (2. v. li.), Sigitas Jakubauskas (2. v. re.) und Markus Hosnjak (re.) sind bei FCR-Spielen und dem Kaffee davor künftig nur noch Zuschauer. FOTO: hertgen
Remscheid. Fußball-Landesliga: Trio wird nach der 1:5-Heimpleite gegen Niederwenigern entlassen. Nachfolge noch offen. Sonntag in Ronsdorf. Von Henning Schlüter

Vor 23 Tagen gab es ein Dogma. Ruhe, hieß es da beim FC Remscheid, sei die alles entscheidende Mitgliederpflicht. Da waren erst wenige Stunden ins Land gegangen, seit Präsident Michael Kleinbongartz und sein Berater Jürgen Wellmann nach einem verbalen Duell mit der Sportlichen Leitung zurückgetreten waren. Da galt es, im Stillen ramponierte Reputation zurückzuerobern. Jetzt, kaum drei Wochen später, schwappen die Wogen bei den Blau-Weißen wieder turmhoch, gehören auch die drei damaligen "Rebellen" nicht mehr zum Führungskreis des FCR. Am Nachmittag teilte Lothar Steinhauer, Leiter der FCR-Geschäftsstelle, Trainer Ingmar Putz, Co-Trainer Sigitas Jakubauskas und dem Sportlichen Leiter Markus Hosnjak mit, dass sie beurlaubt seien. Die Revolution hat ihre Kinder also doch noch gefressen.

Als es ans Eingemachte ging, war die peinliche 1:5 (1:2)-Heimniederlage des FC Remscheid in der Landesliga gegen die Fußball-Großmacht SF Niederwenigern erst ein paar Stunden alt, die schmerzenden Wunden also noch frisch und präsent. "Es musste einfach was passieren. Die Talfahrt darf nicht weitergehen", sagte Steinhauer, als er die BM über den Vorstandsbeschluss informierte. Noch unmittelbar nach der Pleite vom Mittwoch und dem Einparken der Mannschaft nahe der Abstiegszone hatte FCR-Vizepräsident Peter Helbeck darauf hingewiesen, dass man nach dem achten Spiel eine Zwischenbilanz ziehen wolle. Partie Nummer acht war Niederwenigern, und bilanziert wurde mit rasender Geschwindigkeit und gnadenlos. Helbeck sprach von einer Mail- und Telefonkonferenz mit dem aktuellen Vorstand (Dr. Ralf Flügge, Helbeck, Nicole Katschinski) am Morgen. Schatzmeister Michael Dorfmüller sei nicht involviert gewesen. Steinhauer räumte auf BM-Nachfrage ein, er teile nicht nur die Entscheidung, er habe auch an ihr mitgewirkt.

Der ehemalige Stürmer verneinte allerdings, die Trennung von Putz, Jakubauskas und Hosnjak sei von langer Hand vorbereitet worden und womöglich ein Nachkarten der Ereignisse von vor knapp drei Wochen gewesen. "Diese Entscheidung hat rein sportliche Gründe und liegt einzig am schwachen Auftreten der Mannschaft", sagte Steinhauer. Sieben Punkte aus acht Spielen und die zuletzt gezeigten Leistungen seien zu wenig.

Peter Helbeck erklärte, man habe nicht bis nach dem anstehenden Ronsdorf-Spiel mit einer Entscheidung warten wollen: "Das wäre ein Sterben auf Raten gewesen. Wir hatten das Gefühl, dass die Mannschaft nicht mehr umsetzt, was der Trainer sagt." Und da auch Sigitas Jakubauskas und Markus Hosnjak nahe an der Mannschaft und eng mit Ingmar Putz verbunden waren, habe man sich auch von ihnen getrennt.

Bisher habe es keine Kontaktaufnahme zu anderen Trainern gegeben, sagt Lothar Steinhauer: "Wer anderes behauptet, der lügt." Wer am Sonntag (15 Uhr) die Mannschaft beim Schlusslicht TSV Ronsdorf betreut, sei entsprechend offen: "Wir suchen nach einer geeigneten Lösung. Im Notfall mache ich es selbst." In jedem Fall sei am Mittwochabend im Regen über dem Lüttringhausener Jahnplatz die Erkenntnis gereift, dass es einen neuen sportlichen Impuls geben müsse. Steinhauer: "Sponsoren und andere Leute aus dem Umfeld sind teilweise schon in der Pause nach Hause gegangen. Und zwar nicht, weil sie das Spiel so toll fanden. Auch in der Mannschaft gab es zuletzt Strömungen gegen den Trainer." Er sei sich bewusst, dass die Trennung vom Trio "eine unpopuläre Maßnahme" sei: "Aber wir waren an einem Punkt, an dem gehandelt werden musste."

Die drei Freigestellten hielten sich gestern mit Kommentaren zurück. Ingmar Putz, der am Telefon von der Trennung erfuhr, sagte, er habe "Anzeichen gesehen, dass es mal so kommen könnte" und sei demzufolge "nicht auf dem linken Fuß erwischt worden". Der sportliche Misserfolg der letzten Spiele habe ihn ebenfalls belastet. Er sei sich aber sicher gewesen, dass er die Kurve mit der Mannschaft wieder bekommen hätte, sobald die personellen Alternativen vorhanden gewesen wären.

In die gleiche Kerbe hieb auch Markus Hosnjak. "Wenn verletzte oder noch nicht spielberechtigte Spieler wie Paul Fudala, Haris Babic oder Vincenzo Graziano dauerhaft dabei und Akteure wie Adis Babic, Heiko Emde oder Serkan Hacisalihoglu am Mittwoch nicht angeschlagen gewesen wären, dann sähe die Welt beim FC Remscheid jetzt ganz anders aus." Die Trennung habe ihn "schon etwas überrascht": "Als Lothar und ich uns getroffen haben, dachte ich, wir würden die Situation gemeinsam analysieren. Dann wurde mir aber gesagt, dass wir gehen müssen. Ich werde trotzdem immer ein FCRler bleiben."

Co-Trainer Sigitas Jakubauskas nahm seine Entlassung pragmatisch hin: "Die Entlassung 2001 tat mehr weh. Die Ergebnisse sprachen nicht für uns. Das hat zwar seine Ursachen, aber was soll ich machen? Ich muss die Entscheidung akzeptieren."

Quelle: RP
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