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Fritzsche-Brüder gewinnen Reifen-Poker

Motorsport: Fritzsche-Brüder gewinnen Reifen-Poker
Bei wechselhaften Bedingungen hatten Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche, die zusammen mit dem Finnen Hanno Luostarinen ein Team bilden, die richtige Strategie. Am Ende siegte das Trio mit vier Minuten Vorsprung. FOTO: Ufer
Remscheid. Die Hückeswagener feiern beim zweiten Rennen der VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring den ersten Sieg. Von Jörg Ufer

Mit einem souveränen Klassensieg für Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche endete das zweite Saisonrennen zur Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Niklas Steinhaus wurde nach Problemen nur Neunter. Nachdem der Saisonauftakt vor vier Wochen wegen eines schweren Unfalls, bei dem ein Zuschauer getötet wurde, abgebrochen werden musste, gab es dieses Mal keine besonderen Vorkommnisse.

Wechselhafte Wetterbedingungen machten das Rennen zu einem echten Reifen-Poker. Die besten Karten im Opel Astra-Cup hatten am Ende die Hückeswagener Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche, die sich das Cockpit in dieser Saison mit dem Finnen Hanno Luostarinen teilen. Nach vier Stunden Renndistanz überquerte Jürgen Fritzsche auf Platz eins die Ziellinie und sicherte seinem Team "Ti-Tarvike-Racing" den ersten Saisonerfolg. "Man muss sich über Siege freuen, wie sie kommen", sagte Heinz-Otto Fritzsche bei der Siegerehrung. "Alle wollen uns schlagen, und die Konkurrenz ist schnell unterwegs."

Bereits in der Startaufstellung für den zweiten Lauf waren die Strategen der Teams gefragt: Welche Reifenwahl ist die beste? Die späteren Sieger entschieden sich zunächst für Regenreifen. Doch bereits in der Einführungsrunde erkannte Luostarinen, dass dies nicht die richtige Wahl war und steuerte direkt die Boxengasse zum Reifenwechsel an. Währenddessen enteilte an der Spitze Alexander Schula mit geschnittenen Slicks und fuhr einen deutlichen Vorsprung heraus. Als der Regen später stärker wurde, hielt Schulas Teamkollege Hüppi an diesem Reifentyp fest - ein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte.

Mit Routine und Erfahrung fuhren die späteren Sieger an die Spitze, machten bei der weiteren Reifenwahl alles richtig und fuhren ungefährdet auf den ersten Platz mit fast vier Minuten Vorsprung. "Unsere Erfahrung hat uns bei den Bedingungen sicher geholfen", gab Jürgen Fritzsche im Ziel zu. "Und ein bisschen Glück gehört auch dazu. Wir müssen noch achtmal gewinnen, dann sind wir zufrieden", lautet das bescheidene Ziel des Trios für die verbleibenden Rennen.

Niklas Steinhaus und seine Teamkollegen Christopher Rink (Frankfurt) und Danny Brink (Kühlsheim) hatten im Training mit ihrem BMW 325i verwachst und landeten nur auf dem zehnten Rang bei den Produktionswagen bis 2500 ccm. Startfahrer Rink gehörte dann zu den wenigen Fahrern, die bereits nach der Einführungsrunde Slicks aufziehen ließen. "Das war goldrichtig. So waren wir Dritter und hätten sicherlich mit ums Klassenpodium fahren können", sagte Steinhaus.

Doch bereits in der zweiten Runde kollidierte Rink mit einem Porsche Cayman, eine Spurstange wurde hierbei verbogen. Die Reparatur kostete rund 15 Minuten, alle Siegchancen waren dahin. Das Trio kämpfte sich immerhin noch auf Platz neun von 13 Startern vor.

Am Freitagnachmittag, unmittelbar vor dem Freien Training, gab es am Streckenabschnitt Flugplatz eine Trauerfeier für den verstorbenen Andy G., an der mehrere hundert Menschen teilnahmen. Zu diesen zählten auch die Fritzsche-Brüder. "Uns tut das alles unheimlich leid. Wir kannten zwar den Verstorbenen nicht persönlich, aber er war genauso ein Nordschleifen-Fan wie wir. Den Hinterbliebenen gehört unsere Anteilnahme." Vor dem Rennen kam die Witwe in die Fritzsche-Box und wünschte den Zwillingen alles Gute. "Ich drücke Euch die Daumen, Andy wird es dort oben auch tun." Es brachte Glück.

Quelle: RP
 
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