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Triathlon
Gänsehaut statt Baldrian

Triathlon: Gänsehaut statt Baldrian
Man muss sich bei jedem Wetter nur zu helfen wissen: Der ATV-Triathlon in Hückeswagen ist - wie hier im vergangenen Jahr - bisweilen auch ein Laufsteg für modische Trendsetter der eigenwilligen Art. Wie man sieht - das Publikum hatte seine Freude daran. FOTO: Moll
Remscheid. Mitorganisator Jürgen Dickentmann freut sich auf Samstag und die 33. Auflage des ATV-Triathlons in Hückeswagen. Von Henning Schlüter

Jürgen Dickentmann ist mit allen Sport-Wasser gewaschen. Er war lange Jahre Vorsitzender des ATV Hückeswagen und auch dabei, als 1982 sechs im positiven Sinn "Verrückte" (dazu zählten auch Gernot und Wolfhard Göhlich, Eckhard Schwertner, Ralf Eversberg und Thomas Wandelt) der Überzeugung waren, dass Hückeswagen einen Triathlon braucht. Das Engagement und der Elan des inzwischen 67-Jährigen haben seitdem nicht nachgelassen. Und er räumt ein: "Ich bin immer noch Feuer und Flamme für die Veranstaltung und kriege dabei immer noch eine Gänsehaut."

Morgen wird sich seine Haut erneut kräuseln. Dann richtet der ATV zum 33. Mal seinen inzwischen in der Szene Kultstatus erreichenden Triathlon aus. Das Teilnehmerfeld ist längst ausgebucht: Rund 850 Starter erwartet der Verein, aufgeteilt auf Volksdistanz (0,5km/20km/5km) und Mitteltriathlon (2km/74km/21km). "Mehr geht einfach nicht", sagt Dickentmann.

Dass die Sportart und der Wettbewerb in der Schlossstadt nach wie vor boomen, erklärt sich Dickentmann so: "Zum einen sind wir der älteste Triathlon in Deutschland. Zum anderen haben wir immer darauf geachtet, dass die Atmosphäre familiär bleibt, dass wir uns nicht mehr aufs Drumherum als auf die Sportler konzentrieren."

Das Erfolgsrezept geht auf, und dabei befruchten sich der ATV und der Triathlonverband NRW wechselseitig. Weil der Verband die Organisation in Hückeswagen in guten Händen weiß, vergibt er regelmäßig Liga-Wettbewerbe ins Bergische. Und das zieht zusätzlich Sportler in die Stadt. Dickentmann hat nachgehalten, dass rund 400 Volkstriathleten rund 300 Mittelstrecken-Starter gegenüberstehen. Hinzu kommen auch noch die Staffelwettbewerbe.

Rund 150 Helfer - aus dem ATV und von außerhalb - sorgen wie in jedem Jahr für den reibungslosen Ablauf auf der unverändert gebliebenen Strecke. Geschwommen wird in der Bever ab der "Zornigen Ameise", danach geht's auf dem Rad rund um die Schlossstadt und schließlich auf der Laufstrecke bis ins Ziel an der Schnabelsmühle, wo die erste Zielankunft gegen 12.15 Uhr erwartet wird.

Neben vielen anderen Athleten freut sich Dickentmann vor allem über die Zusage von Benjamin Lenatz. Der Behindertensportler vom TriTeam Radevormwald und Vetter von ATV-Mitorganisator Volker Peppinghaus, wurde vor vier Wochen in Hamburg Deutscher Meister über die Sprint-Distanz. 2013 hatte er seinen ersten Triathlon überhaupt in Hückeswagen absolviert. "Er ist einfach ein klasse Sportler", sagt Dickentmann, der genau weiß, dass er bei der Zielankunft von Lenatz auch wieder eine Gänsehaut bekommen wird. Nur eines hat sich bei ihm in den letzten Jahren geändert: "Früher habe ich mich rund um den Triathlon von Baldrian ernährt", sagt er augenzwinkernd, "jetzt sehe ich alles etwas gelassener."

Quelle: RP
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