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Lokalsport
HGR ohne Chance gegen den Spitzenreiter

Remscheid. Handball: Oberligist aus Remscheid muss sich nach dem 24:28 gegen Dinslaken neue Ziele für die Saison stecken. TuS Wermelskirchen erzielt in letzter Sekunde das Unentschieden gegen Kettwig. Von Andreas Dach

Oberliga: HG Remscheid - MTV Rheinwacht Dinslaken 24:28 (10:14) - Es wäre fatal und unseriös, nach sieben Spieltagen bereits ein erstes Saisonfazit zu ziehen. Doch nach der verdienten Niederlage gegen den Ligaprimus wird man sich bei der HGR schon Gedanken machen, welches Ziel man für den weiteren Verlauf der Spielzeit ausruft. Für den Aufstieg - insgeheim hatte manch einer damit geliebäugelt - kommen die Bergischen nicht infrage. Jedenfalls dann nicht, wenn der MTV weiterhin so souverän seine Hausaufgaben erledigt.

In Remscheid brauchte der souveräne Spitzenreiter noch nicht einmal an seine Grenzen zu gehen, um zu triumphieren. Er musste nur seinen gewohnten Stiefel herunterspielen und auf Fehler des Gastgebers warten. Davon gab es zu viele, obwohl die HGR nach Einschätzung von Trainer Lukas Steinhoff "die beste Saisonleistung abgerufen" hatte. Dass es trotzdem nicht reichte macht deutlich, wie weit die Schere zum jetzigen Zeitpunkt auseinanderklafft. "Der Gegner war besser", befand HGR-Boss Ralf Hesse: "Das müssen wir akzeptieren."

Wurmen wird ihn trotzdem, dass sich sein Team zu viele Unkonzentriertheiten leistete. Da war beispielsweise die Phase in der ersten Hälfte, als die HGR eine Chance nach der anderen ausließ. Anstatt nach dem 4:4 (8.) selbst in Führung zu gehen, lag man zwölf Minuten später mit 7:8 zurück. Dinslaken hatte zu dem Zeitpunkt auch nicht seine beste Performance aufs Feld gebracht. Da hätte man ein Zeichen setzen und die Gäste zum Nachdenken bringen können. Stattdessen kam man selbst beim Abschluss ins Grübeln.

Zudem gelang es nicht, den wurfgewaltigsten Rückraumwerfer der Gäste unter Kontrolle zu bringen. 2,07-Meter-Mann Maximilian Reede durfte immer wieder zwei, drei Schritte Anlauf nehmen, hochsteigen und abziehen. Acht Treffer gingen auf sein Konto. Warum die Deckung ausschließlich über den meist vergeblichen Block versuchte, Herr der Situation zu werden, könnte in den nächsten Tagen ein weiteres Thema auf der Tagesordnung der HGR sein.

HGR-Tore: Heimansfeld (6/1), Niese, Taymaz (je 4), Rother, Voß (je 3), Jansen (2), Hermann, Pütz (je 1).

Verbandsliga: TuS Wermelskirchen - Kettwiger SV 31:31 (17:14) - Der starke Yannick Faust sicherte mit seinem Freiwurf-Tor in letzter Sekunde den Gastgebern zumindest noch das Unentschieden. "Mir war wichtig, dass meine Mannschaft Kampf und Leidenschaft gezeigt hat. Das war die richtige Antwort auf den schwachen Auftritt in der letzten Woche", zeigte sich TuS-Trainer Frank Berblinger mit dem Ergebnis zufrieden. Dabei wäre nach guten ersten 30 Minuten noch mehr möglich gewesen. Angetrieben von Faust lagen die Hausherren immer in Führung. Über 10:7 (12.) zogen sie in der 25. Minute auf 17:12 davon. Kleiner Schönheitsfehler: Stefan Hampel sah nach einer strittigen Situation kurz vor der Pause die Rote Karte. Im zweiten Abschnitt merkte man den Hausherren an, dass aktuell nur ein kleiner Kader zur Verfügung steht. Die Gäste kämpften sich zurück und nutzten die Schwächen der TuS-Deckung. Nach 46 Minuten gelang Kettwig erstmals der Ausgleich. Von da an entwickelte sich ein Krimi.

TuS-Tore: Faust (11), Festag (6), Schnellhardt (4), Franken (4), Schmidt, Niegetiet (je 2), Lingen, Blum (je 1).

Quelle: RP
 
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