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Handball
HGR verliert erneut, "Rot" für Steinhoff

Handball: HGR verliert erneut, "Rot" für Steinhoff
Szenen einer Niederlage: Dominik Voß schleicht bedröppelt aus der Halle (großes Foto), HGR-Spielertrainer Lukas Steinhoff erlebt nach seiner Roten Karte auf der Tribüne, wie die Essener Fans jubeln. FOTO: Moll
Remscheid. Handball-Verbandsliga: TuS Wermelskirchen feiert bei seinem alten Trainer in Cronenberg einen 30:26-Auswärtssieg. Von Henning Schlüter und Niklas Frielingsdorf

HG Remscheid - SG Überruhr 24:30 (9:11) - Zwei Spiele, zwei Niederlagen - das nennt man wohl einen klassischen Fehlstart. Ernüchterung ist bei der HGR eingekehrt. Und die Erkenntnis: Mit Leistungen wie am Samstag, wird man mit der Oberliga-Rückkehr echte Probleme bekommen. Denn der Sieg der galligen, aber auch nicht gerade überragenden Essener, war völlig verdient.

Die Gründe für die zweite Pleite nach der Auftaktniederlage in Lintorf waren ebenso vielfältig wie augenfällig. Von der "Königsposition" aus dem linken Rückraum kamen Joscha Saalmann, Frederic Seifert und Sören Völker in 60 Minuten zusammen auf nur einen Treffer. Im rechten Rückraum benötigte André Niese eine 30-minütige Anlaufphase, um sein erstes Erfolgserlebnis gegen den ehemaligen Wermelskirchener und Rader Torhüter Robert Ante zu feiern. Immerhin: Danach netzte Niese neun weitere Male ein. Allerdings entsprangen diese Treffer - das nächste HGR-Manko - selten durchdachten Spielzügen, sondern waren zumeist ein Produkt von Einzelaktionen. In der Rückraummitte blieb zudem Dominik Voß blass, Abwehr und Torhüter harmonierten selten, außerdem beorderten die HGR-Trainer Lukas Steinhoff/Detlef Randzio in der Pause Keeper Paul Leppak (sechs Paraden) zugunsten von Christopher Seher vom Feld. Seher brachte aber nur zweimal die Hand an den Ball.

FOTO: Moll, Jürgen (jumo)

Fehler in allen Teilen also, die fünf Minuten vor dem Ende auch noch in einer gerechtfertigten Roten Karte gegen Lukas Steinhoff mündeten, der auf der Außenposition deckend mit der Hüfte seinen abspringenden Gegenspieler ins Trudeln brachte. Ein Tag zum Vergessen also für die HGR. Dabei hatte er ordentlich begonnen. Nach 14 Minuten lagen die Gastgeber 4:2 vorne, hatten den Gegner scheinbar im Griff. Aber dann zog Überruhr davon und geriet nur noch einmal in Unterzahl in Bedrängnis, als eine 4+2-Deckung der Remscheider Wirkung zeigte und die HGR von 12:16 auf 14:16 verkürzte (41.). Doch das war nur ein Strohfeuer. Nach dem 21:18 (50.) zog der Gast auf 23:18 weg (53.). Spätestens da war die Messe gelesen. Steinhoff: "Überruhr hatte die Bereitschaft, alles für den Sieg zu geben. Wir nicht. Das ist zu wenig."

HGR-Tore: Niese (10), Lewandowski (4), Elbracht, Baier, Voß (je 2), Saalmann, Krajnik, Seifert, Steinhoff (je 1).

Cronenberger TG - TuS Wermelskirchen 26:30 (12:15) - Etwa zehn Minuten vor dem Schlusspfiff musste der TuS noch einmal kurzzeitig um den Auswärtserfolg in der Wuppertaler Uni-Halle zittern. Denn als die vom ehemaligen TuS-Coach Carsten Kuhlwilm betreuten Gastgeber elf Minuten vor dem Spielende auf 22:23 verkürzten, waren die Schützlinge von Trainer Braco Sladakovic drauf und dran, nach einer über weite Strecken guten Vorstellung und zeitweilig klarer Führung (20:14; 42.) die Partie doch noch aus der Hand zu geben. Doch Sladakovic nahm zur rechten Zeit eine Auszeit, justierte seine Mannschaft noch einmal für die Schlussphase - und seine Schützlinge trafen gleich im Anschluss zum 24:22 und bauten den Vorsprung wenige Minuten später entscheidend bis auf 28:24 aus. "Ich bin natürlich sehr zufrieden, dass wir das erste Spiel gewinnen konnten. Und das auch noch auswärts. Aber wir hätten den Sack schon früher zumachen müssen", monierte der oberste Übungsleiter der Blau-Gelben: "Wir haben die Vorgaben zu großen Teilen umgesetzt, aber eben nicht ganz. Daraus müssen wir für die künftigen Aufgaben unsere Lehren ziehen."

Dass die Wermelskirchener ihren um eine Woche verspäteten Saisonstart (wir berichteten) erfolgreich gestalten konnten, lag dabei auch an Torhüter René Lemke. "Er hat insgesamt 17 Bälle pariert, darunter zwei Siebenmeter. Das war stark", lobte Sladakovic den ehemaligen Lüttringhausener. Aber auch seinem Neffen Sasa Sladakovic und Knut Niegetiet hob er aus einer insgesamt starken Teamleistung heraus: "Sasa hat in seinem ersten Seniorenspiel toll gespielt und Knut hat keine Fehler gemacht."

o Bereits am Mittwoch geht es für den TuS weiter: Dann wird die ausgefallene Begegnung des ersten Spieltags nachgeholt. Anpfiff ist um 20.15 Uhr im Konrad-Adenauer-Gymnasium bei der SG Langenfeld II.

TuS-Tore: Sichelschmidt (8), Biesenroth (6), Schnellhardt (5/3), Niegetiet, Sladakovic (je 4), Irion (3).

Quelle: RP
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