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Triathlon
"Ich höre einfach auf meinen Körper"

Remscheid. Fußball, Handball, Poolbillard: Alexander Emde hat schon viel ausprobiert. Morgen startet er beim Ironman in Frankfurt. Von Henning Schlüter

An Vielseitigkeit mangelt es ihm sicher nicht. Bei den D-Junioren hat er mal für den FC Remscheid Fußball gespielt, "obwohl ich nicht wirklich talentiert war". Vorher probierte er sich auch mal beim Handball aus, galt als technisch versiertes Schwimm-Naturtalent und spielte als Jugendlicher auch schon mal bei der Deutschen Poolbillard-Meisterschaft. Inzwischen ist Alexander Emde 28 Jahre alt und hat herausgefunden, was ihn zurzeit sportlich ausfüllt: Der Projektmanager ist Triathlet und startet morgen beim Ironman in Frankfurt.

Über die Wahnsinns-Distanz (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dem abschließenden Marathonlauf) hat sich der Bruder des FCR-Abwehrspielers Heiko Emde schon 2013 versucht. "Das war damals eine Schnapsidee unter Freunden", erinnert sich Emde. Knapp zwölf lange Stunden benötigte er bis ins Ziel. "Daran erinnere ich mich gerne, auch wenn ich beim Laufen eingebrochen bin. Aber dieser Tag wird für immer in meinem Gedächtnis bleiben."

Der 3. Juli soll auch so ein Datum werden. Als er vorm Fernseher saß und einen Beitrag des Hessischen Rundfunks über den Wettkampf in der Main-Metropole sah, war er sofort infiziert. Am Montag darauf klickte er auf die Ironman-Homepage. Nur, um mal zu gucken. "Fünf Minuten später begann die Registrierung." Emde zögerte zunächst, fragte bei seinem Vater um Rat. Der riet ab. Emde: "Dann habe ich mich angemeldet." Seither lief die Vorbereitung auf das große Abenteuer. Zwölf Stunden pro Woche investierte der 28-Jährige in sein ehrgeiziges Ziel. Schwimmen im Radevormwalder "life-ness", Laufen in Düsseldorf am Rhein entlang, Radfahren durchs Bergische oder zu Hause auf dem Spinning-Rad. Das braucht Disziplin, einen starken Willen - und eine verständnisvolle Freundin. "Nina unterstützt mich immens", sagt Emde. Die Lenneperin ist selber eine Ausdauerläuferin. Gemeinsam haben beide 2015 den Röntgenlauf-Marathon absolviert, im November geht's zum Reggae-Marathon auf Jamaika.

In der Vorbereitung ist Emde keineswegs akribisch-genau. "Ich bin nicht wie die Wissenschaftler unter den Triathleten. Ich laufe beispielsweise ohne Pulsuhr und höre einfach auf meinen Körper", sagt er. Trotzdem gehören ein paar Rahmenbedingungen dazu, die nicht jedermann schmecken. Alkohol ist weitgehend tabu, ansonsten achtet Emde vor allem auf gesunde und qualitativ hochwertige Nahrung. "Auch, weil es einfach besser schmeckt."

Was er sich für Frankfurt erwartet? "Ankommen und unter 13 Stunden zu bleiben - das wäre super." Und danach? Das lässt Emde auf sich zukommen: "Vielleicht wäre ein Wettkampf im Langstrecken-Schwimmen mal interessant",sagt Emde. Den Ultra (63,3 Kilometer) beim Röntgenlauf kann er sich auch vorstellen. Vielleicht auch noch den deutschen Ironman-Klassiker in Roth. "Es gibt genug Ziele", findet Emde. Und manchmal ist eben auch der Weg das Ziel.

Quelle: RP
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