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Lokalsport
IGR unterliegt Meister Iserlohn nur hauchdünn

Remscheid. Rollhockey-Bundesliga: Das 4:5 im ersten Play-off-Spiel war Werbung für die Sportart. Yannick Peinke trifft dreimal. Von Henning Schlüter

Es gibt Niederlagen, für die muss man sich schämen. Und es gibt welche, die können Flügel verleihen. Stark in die zweite Richtung tendierte das erste Play-off-Viertelfinalspiel von Rollhockey-Bundesligist IGR Remscheid am Samstag. In der nicht gerade üppig besuchten Halle Hackenberg mussten sich die Gastgeber dem aktuellen Deutschen Meister ERG Iserlohn nur hauchdünn mit 4:5 (2:2) geschlagen geben. Zwar sind die Chancen, am 30. April im Rückspiel beziehungsweise am 1. Mai im gegebenenfalls nötigen dritten Entscheidungsspiel jeweils in Iserlohn die Sensation zu schaffen, eher gering. Aber für das Pokal-Halbfinale am kommenden Samstag beim HSV Krefeld sollten das Ergebnis und die Art und Weise, wie es zustande kam, Rückenwind verleihen.

Was den Zuschauern in Hackenberg geboten wurde, war definitiv Werbung für den Rollhockey-Sport. Das Allstar-Team der Gäste beeindruckte mit individueller Qualität, die Remscheider mit Teamgeist. Das sorgte für ein Gleichgewicht der Kräfte, mit dem so nicht zu rechnen war.

Vor der Pause ging die schlau spielende IGR, die den Sauerländern nicht den Gefallen tat, ihnen ins offene Messer zu rennen, sogar zweimal in Führung: Yannick Peinke, der - übrigens ebenso wie Daniel Strieder - auf dem Wunschzettel der Iserlohner stand, sich aber für das Bleiben in Remscheid entschieden hatte, erzielte nach einer längeren Abtastphase die Führung (12.). Um die musste jedoch gezittert werden, weil sich die schwachen Unparteiischen uneins waren, ehe sie den Treffer doch anerkannten.

Keine 60 Sekunden später standen die Schiris, die zu Beginn der eigentlich fairen Partie eine Teamfoul-Orgie (17 nach 15 Minuten!) vom Zaun brachen und zuvor schon Daniel Strieder einen Treffer aberkannt hatten (11.), einmal mehr im Brennpunkt: Als sich Fabian Selbach an der Bande nach einem Check vor Schmerzen krümmte, unterbrachen sie das Spiel nicht und ließen Iserlohn munter angreifen. Daraufhin fuhr IGR-Coach Marcell Wienberg mal ordentlich aus der Haut, kassierte dafür "Blau" - und Iserlohn kam im Nachschuss des folgenden Direkten Freistoßes durch Andre Costa zum Ausgleich (13.).

Aber die IGR ließ sich davon nicht beeindrucken. Der erst 16-jährige Alexander Ober, gerade erst eingewechselt, traf nach 16 Minuten zur erneuten Remscheider Führung. Und erst das zehnte Teamfoul für die IGR bescherte Iserlohn - wiederum durch Costa - per "Direktem" wenigstens das Remis zur Pause.

Hälfte zwei war nicht minder packend. Die zuvor etwas überheblich wirkenden Gäste kamen mit frischem Schwung aus der Kabine, und Carlos Nunez nutzte eine Unaufmerksamkeit zur ERG-Führung (34.). Doch die Gastgeber antworteten prompt: Yannick Peinke erzielte fast im Gegenzug den Ausgleich, das Momentum war nun aufseiten der IGR. Und wer weiß, welche Wendung das Spiel genommen hätte, wenn Daniel Strieder nach 36 Minuten einen "Direkten" gegen den bärenstarken Nationalkeeper Patrick Glowka verwandelt hätte. So aber traf Kai Milewski volley zum 4:3 für den Gast (40.), erneut Costa erhöhte kurz darauf auf 5:3 (42.). Doch die IGR gab immer noch nicht auf. Remscheids überragender Keeper Moritz Kreidewolf hielt seine Mannschaft im Rennen, nahm dann 50 Sekunden vor Schluss zugunsten eines fünften Feldspielers auf der Bank platz. Und 6,6 Sekunden vor Schluss verwandelte Yannick Peinke einen Penalty zum 4:5. Danach war die verbleibende Zeit aber zu kurz, um Iserlohn noch in die Verlängerung zu zwingen.

Play-off-Viertelfinale; Hinspiele: SC Bison Calenberg - SK Germania Herringen 3:13, IGR Remscheid - ERG Iserlohn 4:5, RSC Cronenberg - RESG Walsum 2:4, RSC Darmstadt - TuS Düsseldorf-Nord n. V. 3:4.

Quelle: RP
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