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Handball
Liebesgeflüster vom Soldaten-Cup

Remscheid. Handball: 3. Mixed-Jux-Turnier war wieder ein Volltreffer. Jetzt wird überlegt, die vierte Auflage auf Sand auszutragen. Von Lars Fassbender und Henning Schlüter

Die Verantwortlichen fanden im Vorfeld viele Beschreibungen. Handballevent, Sportshow, Klassentreffen der bergischen Handballszene. Insgesamt hatte die dritte Auflage des "Bergische-Soldaten-der-Liebe-Cup" etwas von allem. Und in einem waren sich Zuschauer und Aktive einig: Es war eine rundum gelungene Veranstaltung. Elf Mannschaften trafen sich in der Sporthalle Neuenkamp, um das begehrte große rote Herz zu gewinnen. Im Finale setzte sich "SSC Bodega" gegen die "Hallenpiraten" durch und nahm jubelnd die Trophäe entgegen.

"Ich habe ausnahmslos strahlende Gesichter gesehen. Es war ein tolles Fest", resümierte Mit-Organisator Daniel Schnellhardt und nahm bereits einige Anfragen fürs kommende Jahr entgegen. Denn bereits jetzt steht fest: Auch 2016 wird es eine weitere Auflage des Turniers geben. Vielleicht sogar auf Sand. Die Mit-Organisatoren Alex Zapf (Bergische Panther) und Lukas Steinhoff (HG Remscheid) überlegen jedenfalls, den Soldaten-Cup zum Beachhandball-Turnier zu machen. "Mitten in der Lenneper Altstadt, oder vielleicht auch auf dem Rathausplatz in Remscheid", überlegte Zapf. Gedanken darüber konnten sich Aktive und Zuschauer im Anschluss bis in die frühen Morgenstunden bei der After-Turnier-Party beim Lenneper "Kirchenwirt" machen. Was es sonst noch gab - hier der Soldaten-Ticker:

Bersau-Familientreffen. Eigentlich wäre das Spiel des späteren Siegers "SSG Bodega" gegen das Team von "Planlos zusammengewürfelt" nicht weiter erwähnenswert gewesen. Und doch war die Begegnung speziell, denn mit Jenna und Desirée auf der einen sowie Dominic und Sven Bersau auf der anderen Seite spielten gleich vier Geschwister gegeneinander. "Das ist für uns eine Premiere und wird so bestimmt nicht mehr vorkommen", sagten die gut gelaunten Geschwister. Auch die stolzen Eltern sowie Oma Annette Reitz freuten sich, alle vier Kinder gleichzeitig beim Handball anzufeuern. "Ich habe zwar nur zwei Daumen, die sind aber für alle vier gedrückt", wünschte sich Oma Annette ein Unentschieden. Das Spiel gewannen trotzdem die Jungs - 11:9 für die SSG Bodega.

Bundesliga-Flair. Für etwas Bundesliga-Flair in Neuenkamp sorgte Lareen Gräser. Die Rechtsaußen der SGH Rosengarten-Buchholz nutzte das spielfreie Wochenende, um in Remscheid alte Freuden zu treffen. Denise Bremicker, die in der Zweiten Liga beim TV Beyeröhde spielt, hatte Gräser zur Teilnahme überredet. "Ich bin richtig froh, dass ich hier bin. Es ist eine tolle Atmosphäre. Alles läuft sehr lässig ab und macht einfach Spaß", sagte die gebürtige Detmolderin, die das Handballspielen bei der HSG Blomberg-Lippe lernte.

Indonesien-Import. Linksaußen Kirsten Buiting war zuletzt fünf Wochen in Indonesien und ist nach ihrer Rückkehr sofort dem Soldaten-Ruf gefolgt. Das war auch der Grund für Denise Jakubat nach Neuenkamp zu kommen. "Wenn man seine Freunde treffen möchte, muss man in die Halle gehen. Wir sind eben alles Hallenkinder", freute sich Jakubat über das Wiedersehen mit Buiting und vielen anderen bekannten Gesichtern aus der Handballszene.

Die Jüngste. "Wir haben uns intensiv für einen Ersatz auf der Torwartposition umgeschaut und mussten sie direkt verpflichten, als wir sie beim Aufwärmen gesehen haben", begründeten Robin Wiebusch und Malte Gretges vom Solinger Team "HC Café Art" die kurzfristige Verpflichtung von Lena Gradante. Die erst Siebenjährige spielt in der F-Jugend des Remscheider TV und begleitete ihre Eltern, die für das RTV-Team "Blue White Dynamite" aufliefen. "Eigentlich spiele ich sonst auf dem Feld, aber hier habe ich dann eben im Tor gespielt", sagte Lena, die gleich im ersten Angriff einen Torwurf von Paula Stausberg parierte: "Ich habe mich hingeschmissen und den Ball unten aus der Ecke geholt." Dafür gab es tosenden Beifall.

Die Routiniers. Die erfahrenste Mannschaft stellte das "Team Vollack" um Organisator Heiko Hensing. Der 42-Jährige, der mit Frank Putsch, Boban Koljkovic und Arndt Zimmermann einige Ex-Hastener um sich versammelte, spielt im Ligabetrieb nach einer zehnjährigen Auszeit auch für die "Soldaten" in der 2. Kreisklasse. "Unser Team ist wie eine Betriebssportmannschaft", sagte Hensing, der fünf Spielerinnen und Spieler aus der eigenen Firma im Aufgebot hatte.

Weite Anfahrt. Knapp 100 Kilometer legte das Team von "Kerken United" zurück, um nach Neuenkamp zu kommen. Die Mixtur aus Aldekerker und Lobbericher Handballern, die unter ihrem Pseudonym sonst immer an Fußballturnieren teilnehmen, war zum ersten Mal dabei. "Das Turnier ist eine super Idee. Das wollten wir unterstützen", begründeten Dominique Junkers und Roman Grützer ihr Kommen. Am Ende wurde die Mannschaft Dritter.

Hallenwart. Ihn bringt so schnell nichts aus der Ruhe. "Arbeit gibt es immer", lachte Hallenwart Martin Bojanowski, "aber die Jungs haben das toll organisiert." Das fand auch BSdL-Physio Timo Meier, der beim Catering half und Wertmarken verkaufte: "Wir haben durch die letzten Veranstaltungen gelernt. Es läuft immer besser. Zudem haben wir mehr Helfer und können die Aufgaben auf viele Schultern verteilen."

Schiedsrichter. Niklas Lüttger und Leo Bona wechselten sich anfangs als Unparteiische ab und leiteten jedes Spiel tadellos. Obwohl der Spaß im Vordergrund stand, merkte man den Spielerinnen und Spielern den Ehrgeiz und den Willen zum Siegen an. "Es ging manchmal heiß her, ohne, dass es zu unfairen Aktionen kam", sagten die Schiedsrichter.

Liebes-Tanz. Der Soldaten-Cup war eigentlich nur das Aufwärmprogramm für die liebestollen Handballer. Am Freitag (19 Uhr, Klausener Straße) geht es für das Liga-Team im Kreispokal weiter. In Runde zwei empfangen Olli Sirrenberg und Co den Oberligisten Bergische Panther - ausgerechnet mit Ober-Soldat Alex Zapf. "Das wird ein heißer Tanz", glaubt Zapf - auch im Hinblick auf das, was danach kommt. Denn ab 22 Uhr bitten die Soldaten zum "Liebes-Tanz" in die Alte Schlossfabrik in Solingen. Karten gibt's im Vorverkauf für acht Euro unter anderem bei allen Soldaten.

Quelle: RP
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