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Lokalsport
Neururer zickig, Abramczik eingesperrt

Remscheid. Fußball: Rund 2000 Zuschauer beim Familientreffen der FCR-Allstars und dem Spiel gegen Schalkes namhafte Oldies. Von Henning Schlüter

Das Schöne an Familientreffen ist oft nicht nur der Anlass, sondern die vielen Geschichten, die es dabei (und danach) zu erzählen gibt. Das war am Samstag beim "Abschiedsspiel" fürs Röntgen-Stadion nicht anders. Dass die Traditions-Elf des FC Schalke 04 vor rund 2000 Zuschauern am Ende mit 5:3 (0:2) gewann - geschenkt. Dass die Ex-Profis in Blau und Weiß auch mit zunehmendem Alter und Rundungen nach wie vor den Umgang mit der Kugel beherrschen - war bekannt. Viel wichtiger war aber, was sich neben dem verregneten Rasen in Lennep abspielte. Da war zum Beispiel . . .

. . . der verzweifelte Rüdiger Abramczik. Der ehemalige A-Nationalspieler und "Flankengott" hatte in der Fliesenabteilung der Umkleidekabine noch Wichtiges zu erledigen, als die Mannschaft bereits zum Aufwärmen auf den Platz ging - und die Kabine hinter sich verschloss. Abramczik rief durch ein Fenster um Hilfe, wurde dabei von Schiri-Legende Walter Eschweiler erhört und schließlich vom Knappen-Betreuer befreit.

. . . "Peter der Große", aus dem in Wahrheit "Peter der Zornige" wurde. Denn eigentlich sollte auch Peter Neururer als Gast im Röntgen-Stadion sein. Er fand aber laut FCR-Mitorganisator Uwe Wiegand in unmittelbarer Nähe keinen Parkplatz. Daraufhin ließ er Jürgen Wellmann, bei FCR "Berater des Vorstandes in fußballspezifischen Fragen" herbeirufen, der aber nicht schnell genug an den Eingang kam - und nur noch die Rückleuchten von Neururers Auto sah. Auch ein Telefonat konnte den Fast-Hannover-Trainer nicht mehr gnädig stimmen. Er brauste von dannen und hinterließ viele fragende Blicke.

. . . eine kleine Standleitung über den großen Teich. Dr. Lothar Ulatowski, ehemaliger Mannschaftsarzt des FC Remscheid, ließ sich in seinem Urlaubsdomizil berichten, wer alles dabei ist. Dazu zählte beispielsweise Martin Reimann. Das Duo verstand sich schon zu Zweitliga-Zeiten prächtig, verlor sich dann aber etwas aus den Augen. Am Samstag wechselten jedenfalls schon mal E-Mail-Adresse und Fotos hin und her.

. . . eine große Schar von Autogrammjägern. Moderne, die es vor allem auf ein Selfie mit den Promis anlegten, wobei besonders Klaus Fischer und Olaf Thon hoch (und bereitwillig) im Kurs standen. Oder auch "Old-School"-Vertreter, die den Ex-Profis mit Stift und Papier auf die Pelle rückten. Zu letzteren gehört beispielsweise Michael Hülle, der aus Hagen gekommen war und sich stolz mit Thon und Fischer fotografieren ließ. Zum wievielten Mal? "Keine Ahnung, ich bin ja fast bei jedem Spiel der Oldies dabei."

. . . ein Rückkehrer, der das Röntgen-Stadion schon ewig nicht mehr betreten hatte: Andreas Köhler, ehemaliger Stürmer des BVL 08 Remscheid zu Zweitliga-Zeiten. Der inzwischen 51-Jährige ist dem Fußballgeschäft als Trainer von Wacker Obercastrop verbunden geblieben, pflegt aber auch noch Kontakte nach Remscheid: "Ich habe immer noch einen kurzen Draht zu Frank Weller. Wir sehen uns oft, deswegen bin ich auch noch öfter in der Stadt und verfolge, was der FCR so treibt."

. . . ein ehrgeiziger Olaf Thon. Der Weltmeister von 1990 und Abteilungsleiter der S 04-Oldies lag mit seinem Team zur Pause 0:2 zurück, sorgte dann aber für frisches und vor allem jüngeres, lauffreudigeres Personal auf dem Platz, was sich gleich bezahlt machte: "Wir wollten ja bei dieser schönen Veranstaltung nicht als Verlierer vom Feld gehen."

. . . der launige Werner Hansch, als Kommentator, der sogar eine fingierte "Liga Live"-Übertragung für den WDR "aus dem mit 20 000 Zuschauern vollbesetzten Röntgen-Stadion" ablieferte. Hansch juxte später: "Hab' ich 20 000 Zuschauer gesagt? Tja, so wurden früher die Hörer immer veräppelt."

. . . das positive Fazit der Organisatoren. "Alles hat gut geklappt, mit der Resonanz sind wir auch zufrieden", sagte Uwe Wiegand vom Kreativteam. Eine Wiederholung sei nicht ausgeschlossen - das Röntgen-Stadion wird ja frühestens Mitte 2016 abgerissen.

Quelle: RP
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