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Handball
Niese trifft in letzter Sekunde

Remscheid. Handball-Verbandsliga: HGR mit Mühe, TuS stocksauer auf den Verband. Von Henning Schlüter und Niklas Frielingsdorf

HG Remscheid - TB Wülfrath 29:28 (16:13) - "Das war unverdient." HGR-Manager Ralf Hesse ließ im Gespräch mit Vereinsvertretern der Gäste keinen Zweifel daran aufkommen, dass er mit dem zuvor gesehenen nicht unbedingt glücklich war. Das ging vielen anderen in der Halle genauso. Zum Beispiel HGR-Haupttorschütze Luca Lewandowski. "Besonders stolz können wir darauf nicht sein", sagte die Allzweckwaffe.

Dass die dem Spiel folgende Weihnachtsfeier nicht zu trist wurde, dafür sorgte André Niese. Vier Sekunden vor dem Ende hämmerte er einen Freiwurf zum Sieg ins Wülfrather Tor. Für ihn ein ungeahntes Gefühl: "So ein Tor ist mir bisher noch nie gelungen." Es war der versöhnliche Abschluss einer Partie, die für die Remscheider unerwartet noch aus dem Ruder zu laufen schien. Denn beim 10:5 (15.) und 16:10 (29.) schien die Überlegenheit der Gastgeber in einen klaren Sieg zu münden. Aber eigene Unzulänglichkeiten in Angriff und Abwehr brachten Wülfrath (mit dem Remscheider Lars Faßbender) wieder ins Spiel. Beim 20:20 (44.) glich der Gast erstmals aus, beim 24:23 (50.) lag er sogar vorne. Und alles nur, weil im Angriff nun die Rezepte fehlten, die Deckung ihren Namen nur noch selten verdiente und die Torhüter dahinter - um es mal vorsichtig zu formulieren - auch nicht immer auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft waren. So drohte Sekunden vor dem Ende beim 28:28 ein Punktverlust gegen das neue Schlusslicht, ehe Niese zum Stimmungsretter wurde.

HGR-Tore: Lewandowski (8/2), Niese (6), Saalmann, Steinhoff (je 6), Voß (3), Elbracht, Baier (je 1).

TuS Wermelskirchen - TuS Lintorf 28:29 (12:17) - Eckhard Schmied war außer sich: "Ich empfinde diese Schiedsrichteransetzung durch den Verband als Frechheit", schimpfte der TuS-Abteilungsleiter. Tatsächlich leitete unter anderem David Adolphs die Partie, der ansonsten am Kreis für den Wermelskirchener Ligarivalen LTV Wuppertal spielt. Von ihm fühlte sich der TuS benachteiligt. "Sowas geht gar nicht", fand Schmied, "das hätte ich auch so gesehen, wenn wir gewonnen hätten." Zu einem Punktgewinn im Verfolgerduell fehlten den Wermelskirchener die berühmten Zentimeter: Ein direkter Freiwurf von Niklas Sichelschmidt klatschte als letzte Aktion der Partie nur an den Pfosten. "Schade, wir hätten heute einen Punkt verdient gehabt", befand TuS-Spielmacher Jens Schnellhardt. Dabei begann die Mannschaft von Trainer Braco Sladakovic gut und führte nach 20 Minuten mit 11:10, um danach bis zur Pause völlig den Faden zu verlieren und nach einem 1:7-Lauf unverhofft mit einem Fünf-Tore-Rückstand in die Kabine zu gehen. "In dieser Phase haben wir das Spiel und auch die Punkte aus der Hand gegeben", sagte Schnellhardt, der sich mit seinen Mitspielern im zweiten Abschnitt dann jedoch Stück für Stück herankämpfte und auch mehrfach den Ausgleich schaffte. Auch von einer Roten Karte gegen Jan Biesenroth, der einen Gegner bei einer Abwehraktion unglücklich im Gesicht erwischte, bremste den TuS nicht aus. Am Ende fehlte allerdings das nötige Quäntchen Glück.

TuS-Tore: Schnellhardt (8/4), Sichelschmidt (7), Biesenroth, Niegetiet, Rother (je 4), Sladakovic (1).

Quelle: RP
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