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Leichtathletik
Schieber-Kolonne beim Röntgenlauf

Leichtathletik: Schieber-Kolonne beim Röntgenlauf
Was im vergangenen Jahr "aus Jux und Dollerei" begann, boomt jetzt geradezu. Die Anmeldezahl von Startern mit Kinderwagen hat sich im Vergleich zu 2014 vervierfacht. FOTO: Hertgen
Remscheid. 41 junge Mütter und zwei Väter starten am Sonntag samt Kinderwagen. Für den RTB sind sechs Läufer mit Handicap dabei. Von Henning Schlüter

Wer sein Kind liebt, der schiebt. Notfalls auch fünf Kilometer und unter Umständen sogar über Stock und Stein. Davon lassen sich 41 junge Mütter und zwei Väter jedenfalls nicht abbringen. Sie gehen beim 15. Röntgenlauf am Sonntag im "Kinderwagen-Rennen" an den Start. Den Wettbewerb gibt es offiziell zwar gar nicht (gelaufen wird mit Kinderwagen auf der Jedermann-Strecke über fünf Kilometer). Aber die Disziplin übt eine solche Anziehungskraft aus, dass neben den 43 Starter unter dem Vereinsnamen "fitdankbaby" unter anderen auch Stadtdirektor Thomas Neuhaus den eigenen Nachwuchs im Kinderwagen schiebend auf die Strecke bringen wird.

Die Wahrscheinlichkeit, sich weit vorne im Gesamtklassement zu platzieren, ist für die "Schieber-Kolonne" angesichts ihres vierrädrigen Vehikels ziemlich gering, aber darum geht es Patricia Herbertz auch gar nicht. Sie hatte im Vorjahr die Idee, am Röntgenlauf mit Kinderwagen teilzunehmen und konnte dafür zehn Mütter begeistern. Jetzt, ein Jahr später, ist aus "Jux und Dollerei" scheinbar ein echter Boom geworden. Die Starterzahl von "fitdankbaby" hat sich jedenfalls vervierfacht. Und nicht nur das: Starterinnen kommen dieses Mal unter anderem auch aus Wuppertal, Velbert, Essen und Ratingen. Das Projekt zieht Kreise. "Wir haben eben viel Werbung gemacht", schmunzelt Herbertz.

Bewegung macht müde: Diego, der Sohn von Patricia Herbertz, fand den Röntgenlauf im letzten Jahr nicht ganz so spannend . . . FOTO: hertgen

Eine gelungene Werbung auch fürs Unternehmen, denn "fitdankbaby" ist eine Firma mit Sitz in Augsburg, die nun auch werbetechnisch auf den Röntgenlauf-Zug aufspringt. Herbertz: "Der Geschäftsführer kommt zum Lauf und bringt extra ein Kamerateam mit, dass ein Video dreht, welches später auch auf der Internetseite des Röntgenlaufs zu sehen sein wird."

Nicht zu sehen wird in dem Beitrag aber sein, wenn die jungen Mütter auf der Strecke einen Boxenstopp einlegen müssen. "Wenn eines der Kinder Hunger bekommt, wird eben eine Pause gemacht und gestillt", prophezeite Patricia Herbertz schon im Vorjahr. Ob die in dieser Hinsicht benachteiligten Schieber-Väter Dominic Dieck und Torsten Treu sicherheitshalber auch ein Fläschchen für den Nachwuchs im Wagen dabei haben, ist nicht überliefert . . .

Auf strahlenden Sonnenschein und milde Temperaturen hoffen übrigens nicht nur die jungen Mütter und Väter, sondern auch sechs Läufer mit Handicap aus der Behindertensportgruppe des Reinshagener TB. Bereits zum vierten Mal gibt es beim Röntgenlauf die Sonderwertung für Menschen mit Behinderung in Zusammenarbeit des Röntgensportclubs und des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Nordrhein-Westfalen (BRSNW). Sie starten bei den Crossläufen über 1250 beziehungsweise 2450 Meter und im Jedermann-Rennen über fünf Kilometer.

Der Behindertensport hat Tradition im RTB. Bereits Anfang 2009 hat sich der Stadtteilverein für den Behindertensport geöffnet und Angebote geschaffen. Interessanterweise lernte Übungsleiter Stephan Schürmann Sportlerin Svenja Feldges beim Röntgenlauf 2008 kennen. Schnell kam man ins Gespräch und Svenja Feldges war eines der Gründungsmitglieder der RTB-Gruppe für Kids mit Handicap, die immer dienstags von 18.15 Uhr bis 19.15 Uhr in der Sporthalle Am Schimmelbuschweg trainiert.

Die sechs RTB-Läufer fiebern dem Startschuss bereits entgegen. Während Michelle von Dreusche über die 2450m-Distanz ins Rennen geht, starten Ammelie Hoff, Katharina Ronge, Svenja Feldges, Christian Felix von Dreusche und Can Biesenbach im Lauf über 1250m und hoffen wie im Vorjahr auf vordere Plätze. Zu erkennen sind die Läufer mit den Startnummern ab 1000.

Quelle: RP
 
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