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Behinsport
Schürmann startet in das Abenteuer WM

Behinsport: Schürmann startet in das Abenteuer WM
Hannes Schürmann in seinem Element. Der Remscheider trainiert in der Vorbereitung bis zu sechs Stunden täglich. FOTO: Hertgen
Remscheid. Heute fliegt der Remscheider Schwimmer mit Handcap nach Glasgow. Ab Montag beginnen für ihn die Wettkämpfe. Von Michael In't Zandt

Am heutigen Freitag steigt Hannes Schürmann ins Flugzeug. Ziel ist Glasgow, wo vom 13. bis zum 19. Juli die Weltmeisterschaften für Schwimmer mit Handicap stattfinden. Der 17 Jahre alte Remscheider, der für die SG Bayer startet, steht im Aufgebot des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) und ist einer der jüngsten Teilnehmer im zwölfköpfigen WM-Team.

Trotz seines jungen Alters verfügt Schürmann bereits über einige Wettkampferfahrung. Er startete unter anderem bei den Jugendweltmeisterschaften in Tschechien (2010) und Puerto Rico (2013), wo er insgesamt vier Titel sowie jeweils zweimal Silber und Bronze holte, und war bei den Europameisterschaften in Berlin (2011) und Eindhoven (2014) am Start. Trotzdem ist die WM in Glasgow etwas Besonderes für ihn. "Das ist meine erste WM in der Seniorenklasse", sagt Schürmann, der sich in der schottischen Metropole erstmals mit den ganz Großen des Paralympischen Schwimmsports messen kann. 580 Aktive aus knapp 70 Nationen werden erwartet.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Neben Talent und Trainingsfleiß gehören auch der unbändige Wille und Ehrgeiz, die sportlichen Ziele zu erreichen, zu seinen Tugenden. Zudem meistert er den Spagat zwischen Sport und Schule. Ein Tag im Leben Schürmanns ist lang. Morgens um 5.30 Uhr verlässt er das Haus und fährt zum Frühtraining. Dann stehen Schule, Hausaufgaben, Physiotherapie und Athletiktraining sowie die Trainingseinheit am Abend, die bis 20.30 Uhr geht, auf dem Programm. Das Ganze sechs Mal die Woche. "Das ist aber normal", sagt Schürmann.

Am Montag bestreitet der Remscheider in Glasgow seinen ersten Wettkampf. Er wird dann über 100 Meter Freistil ins Wasser des "Tollcross Swimming Centre" von Glasgow springen. "Ich kenne das Schwimmstadion", sagt Schürmann, der im April dieses Jahres bei den British Open Erfolge feiern konnte. Insgesamt wird er über fünf Strecken an den Start gehen. "Ich hatte noch nie so ein strammes Programm bei einer Großveranstaltung", erklärt Schürmann, der guter Dinge ist, seine Ziele zu erreichen. "Ich möchte neue Bestzeiten schwimmen und über 400 Meter Freistil ins Finale", sagt der Remscheider, der zudem weitere Erfahrungen sammeln will. "Vor allem im taktischen Schwimmen habe ich noch so viel Erfahrung", sagt Schürmann, für den die WM ein weiterer Schritt auf dem Weg nach Rio de Janeiro in Brasilien sein soll, wo vom 7. bis 18. September 2016 die Paralympischen Sommerspiele stattfinden. "Die Paralympics sind für alle das große Ziel und das größte Ereignis überhaupt", sagt der Remscheider, der im September kommenden Jahres gerne wieder in den Flieger steigen würde. Das Ziel: Rio de Janeiro.

Quelle: RP
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