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Triathlon
Thomas Herget sagt "Mahalo"

Remscheid. Zum dritten Mal startet der gebürtige Remscheider beim Ironman auf Hawaii. Nach 11:31 Stunden erreicht er das Ziel. Von Michael In't Zandt

Für viele Triathleten bleibt die Teilnahme am Ironman auf Hawaii ein Traum. Nicht so für Thomas Herget. Der gebürtige Remscheider, der in Hessen lebt, startete bereits zum dritten Mal bei diesem Klassiker, der als Inbegriff der Triathlon-Tortur gilt. Kein Wunder, wartet auf die Athleten doch eine echte Herausforderung: 3,86 Kilometer Schwimmen im Ozean, 180,2 Kilometer Radfahren gegen unberechenbare Winde, 42,195 Kilometer Laufen durch Lavafelder bei fast unerträglicher Hitze. "Die Bedingungen waren auch dieses Mal sehr hart", gestand Herget, der zu den Top-Altersklassenathleten gehört und als Europameister der AK 55 an den Start ging.

Für den promovierten Biologen ging es kurz vor sieben Uhr morgens los, eine halbe Stunde nach den Profis. Leichter Seegang und das dicht gedrängte Feld stellten die ersten Herausforderungen des Wettkampftages dar, Tritte, Schläge und eine verrutschte Schwimmbrille inbegriffen. Dennoch gibt es für ihn keine schönere Schwimmstrecke bei einem Triathlon. "In der Kailua Bay kann man bunte Korallenfische beobachten", schwärmt Herget, der seine bislang beste Schwimmzeit auf Hawaii erzielte.

Nach dem Wechsel aufs Rad nutzte er die ersten Kilometer er, um den Rhythmus zu finden und den Körper auf seine Lieblingsdisziplin einzustellen. "Nach dem leichten Anstieg von der Palani Road auf den Queen K Highway sieht man erst einmal die Ausmaße des ganzen Feldes. Bis zum Horizont fahren Athleten wie an einer Perlenschnur aufgereiht auf dem Highway durch die Lava-Wüste. Ein beeindruckendes Bild", so Herget, dem allerdings die Hitze und vor allem der Wind zu schaffen machten. Der blies ihm nicht nur auf dem Hinweg ins Gesicht, sondern auch auf dem Rückweg. "Ich musste hart kämpfen und brauchte für die 180 Kilometer viel mehr Energie und Zeit als erwartet." An Windschattenfahren war nicht zu denken, denn das ist untersagt. Wer von den "Marshalls" auf Motorrädern erwischt wird, sieht die "Blaue Karte" und muss eine Fünf-Minuten-Strafe in einem der gelben Strafzelte an der Strecke absitzen.

"Nach dem Radfahren war ich froh, endlich die letzte Disziplin in Angriff nehmen zu können", sagte Herget. Nach zehn Kilometern fordert das Radfahren allerdings seinen Tribut. "Meine Beine wurden immer schwerer und erlaubten ein flottes Tempo nicht mehr", erklärte der "Eisenmann". Hinzu kam die Hitze, die ihm zusetzte. Für Abkühlung sorgte er nicht nur mit Schwämmen mit eiskaltem Wasser, sondern auch mit Eiswürfeln, der er sich ins Trikot stopfte. Die jubelnden Zuschauer und das Ziel vor Augen mobilisierten bei ihm noch einmal die letzten Kräfte. Dann bog er auf den Alli Drive ein und hörte über die Lautsprecheranlage nach 11.31 Stunden die erlösenden Worte "You are an Ironman".

Für Herget ist dieser Triathlon mehr als nur eine Sportveranstaltung. "Das heiße und windige Wetter, die raue Natur, die karge Landschaft, der warme Pazifik, die uns fremde Kultur und Sprache, die freundlichen Einheimischen und eine perfekte Organisation der Veranstaltung werden auch weiterhin anziehend auf mich wirken", schwärmte Herget, der sich mit einem "Mahalo" (hawaiianisch für "Danke") verabschiedete.

Quelle: RP
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