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Lokalsport
Verband geht gegen Beeinflussung vor

Remscheid. Dass Zuwendungen zu erstaunlichen Ergebnissen führen, soll aufhören.

Das Glück im Fußball hängt manchmal am seidenen Faden - besonders in der Endphase der Meisterschaft. Auf- oder Abstieg liegen dann nicht mehr allein in den Füßen einer Mannschaft, sondern sind vom Leistungswillen des Gegners abhängig. In der Vergangenheit kamen da häufig seltsame Ergebnisse zustande, die man sich während der Saisonmitte nicht hätte vorstellen können. Das Glück wurde als wackliger Faktor mittels zuverlässigerer Faktoren ausgeschaltet, und zwar spielklassenübergreifend im Deutschen Fußball-Bund.

Mit dem ein oder anderen Kasten Bier wurden einer Mannschaft die Beine unerwartet flott gemacht. Plötzlich kämpfte ein Team, das nichts mehr mit Auf- oder Abstieg zu tun hatte, bis zum Umfallen. Andere Mannschaften versprühten am letzten Spieltag auffälliges Desinteresse und kassierten überraschend viele Gegentore. "Ein solches Vorgehen lehne ich ab, aber wenn man Mannschaften für ihr Engagement belohnt, ist das doch nicht verwerflich", ist durchaus eine verbreitete Ansicht bei einigen Spielern, Trainern oder Funktionären.

In der Vergangenheit flossen die Belohnungen nicht nur mittels alkoholischer Getränke, sondern auch durch pekuniäre Zuwendungen. Der Westdeutsche Fußballverband bezeichnet solche Vorgehensweisen mit seiner nun überarbeiteten Rechts- und Verfahrensordnung, die Anfang Juli gültig wird, im Paragrafen 7 nun als Manipulation. "Wer es, insbesondere als Spieler, Schiedsrichter, Trainer oder Funktionsträger, unternimmt, auf den Verlauf und/oder das Ergebnis eines Fußballspiels und/oder den sportlichen Wettbewerb durch wissentlich falsche Entscheidungen oder andere unbefugte Beeinflussung einzuwirken in der Absicht, sich oder einem anderen einen Vorteil zu verschaffen, macht sich der Spielmanipulation schuldig", heißt es.

Fühlt sich ein Verein derart benachteiligt, kann er Einspruch gegen die Spielwertung einlegen, muss aber die Manipulation nachweisen. Gelingt das, drohen erheblichen Strafen. Der Verband hat wohl erkannt, dass ein Gegensteuern nötig ist. Er hat die Vereinsvertreter nach Duisburg eingeladen, um auf diesen Paragrafen intensiv hinzuweisen.

Da an möglichen Manipulationen immer recht viele Menschen beteiligt sind, muss damit gerechnet werden, dass nicht nur die Gerüchteküche schnell kocht, sondern sich auch Mitwisser finden, die "unbefugte Beeinflussungen" bestätigen.

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