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Handball
Verrückte Aufholjagd der HG Remscheid

Handball: Verrückte Aufholjagd der HG Remscheid
Zu früh gefeiert: HGR-Rückraumspieler Frederic Seifert, der drei Sekunden vor dem Spielende freistehend vor dem Tor einen Pass durch die Hände gleiten ließ. FOTO: Moll
Remscheid. Handball-Verbandsliga: Gastgeber holen gegen Angermund 14:21-Rückstand auf. TuS landet einen Start-Ziel-Sieg. Von Henning Schlüter und Niklas Frielingsdorf

HG Remscheid - TV Angermund 26:26 (9:14) - Mausetot nach 41 Minuten, quicklebendiger denn je 18:57 Minuten später, dann doch wieder kurzzeitig verzweifelt - die HG Remscheid drohte den Kardiologen der Stadt am Wochenende Überstunden zu bescheren. Das 26:26 (9:14) vom Samstag gegen den TV Angermund war ein in vielerlei Hinsicht verrückter Krimi, der das Zeug zum Bestseller hatte.

41 Minuten lang lief bei der HGR im Duell der Seriensieger (jeweils vier Erfolge hintereinander) so gut wie nichts zusammen. Vorne fehlte bei insgesamt 26 Fehlversuchen die Durchschlagskraft, hinten hatten vor allem die Außen der Gäste viel Platz und Muße, die HGR-Keeper schlecht aussehen zu lassen. So lagen die Gastgeber meist hinten, schien die Niederlage beim 14:21-Zwischenstand nach 41 Minuten besiegelt zu sein.

Aber dann pirschte sich der Gastgeber, der erstmals mit neuem Trikotsponsor (Solida) antrat, auf leisen Sohlen heran, woran André Niese bei seinem Comeback großen Anteil hatte. Eine offensive Deckung - erst 3:3, später eine offene Manndeckung - tat ihr Übriges und stellte Angermund vor unüberwindbare Rätsel. Die Sieben-Tore-Führung des TVA schmolz wie Eis in der Sonne. Beim 26:26 von Joscha Saalmann war die Partie 1:47 Minuten vor Schluss wieder offen, die Halle stand Kopf. Dann warf Angermund einen Siebenmeter neben (!) das Tor - und die HGR hatte sogar noch die Chance zum ganz großen Wurf. Den verpasste aber Frederic Seifert, der drei Sekunden vor dem Ende völlig freistehend vor dem Tor einen Pass durch die Hände gleiten ließ - und damit für den insgesamt gerechten Ausgang sorgte. "Den hättest du auch mit dem Kopf verwandeln können", frotzelte HGR-Manager Ralf Hesse. Seifert blickte schuldbewusst drein und stimmte zu: "Ich glaub, ich hab in Gedanken schon den Sieg gefeiert." Wenig feierlich war indes die Hektik, die in der Schlussphase aufkam, als den Unparteiischen die Partie aus den Händen glitt. Folge waren hitzige Diskussionen sowie zwei Rote Karten für Sören Völker (HGR; mit Bericht) und Angermunds Martin Gensch (ohne Bericht).

HGR-Tore: Lewandowski (6), Baier, Niese (je 4), Seifert, Steinhoff (je 3), Saalmann (3/1), Voß (2), Krajnik (1).

TuS Wermelskirchen - SV Kettwig 32:29 (16:11) - Einen Start-Ziel-Sieg feierte der TuS gegen die Gäste, gegen die es in der vergangenen Saison noch zwei Niederlagen gesetzt hatte. "Man hat gesehen, dass die Mannschaft gewinnen wollte. Die Jungs haben sich gut an die taktischen Vorgaben gehalten und verdient gewonnen", lautete das Fazit des TuS-Trainers Braco Sladakovic. Die Hausherren führten über die komplette Distanz und ließen Kettwig lediglich gegen Mitte der ersten Hälfte auf ein Tor herankommen. Dennoch geriet der TuS-Erfolg - auch dank des gut aufgelegten Torhüters René Lemke - nie ernsthaft in Gefahr. "Jetzt können wir das anstehende Pokalspiel und danach die folgenden schweren Aufgaben in der Liga entspannter angehen", erklärte Sladakovic.

TuS-Tore: Sichelschmidt (9), Rother (6), Niegetiet (5), Schnellhardt (5/3), Irion, Sladakovic, Biesenroth (je 2).

Quelle: RP
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