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Handball
Voß entscheidet die "Schlacht im Bunker"

Remscheid. Handball: Acht Sekunden vor dem Schlusspfiff erzielt der Mittelmann der HG Remscheid den Siegtreffer. Die HSG Radevormwald/Herbeck muss weiter auf den ersten Sieg warten. ATV Hückeswagen setzte sich im Derby klar durch. Von Henning Schlüter, Niklas Frielingsdorf, Lars Hepp und Lars Faßbender

Oberliga; Herren: TSV Aufderhöhe - HG Remscheid 30:31 (13:13) - Die Benutzung martialischer Begriffe verbietet sich, und im Sport erst recht. In diesem Fall darf allerdings getrost von der "Schlacht im Bunker" gesprochen werden. Einer rein sportlichen, aber mit allen Zutaten, die Handball ausmachen. Rasse, Klasse, vielen Aufregern - und einem verdienten Sieger. Dabei hatte die HGR nicht nur mit den äußeren Umständen im Hexenkessel Börkhaus-Siebels zu kämpfen. Sie musste auch zwei Rote Karten gegen Spielertrainer Lukas Steinhoff wegen eines angeblichen Wechselfehlers (HGR-Vorsitzender Ralf Hesse: Eine Frechheit!") nach 38 Minuten und gegen André Niese (dritte Zeitstrafe; 50.) verdauen. Und damit noch nicht genug: Keeper Christopher Seher musste verletzt ganz zuschauen, Tobias Uibel brach sich früh die Nase und kam erst spät wieder zurück ins Spiel. Und dann war da ja auch noch ein Gegner, der ziemlich genau weiß, wie Handball funktioniert, weil er mit lauter "Alt-Internationalen" (Tim und Kris Zulauf, Frank Berblinger) gespickt ist und nicht umsonst bisher ungeschlagen war. Aber alles das schüttelte die HGR ab wie lästige Kletten. Dank einer überragender Abwehrleistung führte das Team nach 25 Minuten mit 12:7, ehe sich das Blatt wendete und der TSV kurz nach der Pause mit 14:13 vorne lag. Aber die HGR ließ sich auf den Fight ein und brach auch in der Schlussphase nicht ein. Am Ende war es Dominik Voß, der nach dem 30:30-Ausgleich der Aufderhöher durch Alexander Jentzsch acht Sekunden vor dem Ende am schnellsten schaltete und den Ball siegbringend im leeren TSV-Tor versenkte. Aber es gab auch noch andere Matchwinner: Torhüter Jan Beck war ein guter Rückhalt, Jacek Krajnik ein starker Ersatz für Steinhoff und Uibel am Kreis. Aber vor allem Linksaußen Philip Baier überragte, obwohl er gewohnt unauffällig spielte, aber alle seine zehn Wurfversuche sicher im Tor unterbrachte. "Dieses Team ist eine echte Einheit", lobte ein sichtlich mitgenommener Ralf Hesse.

HGR-Tore: Baier (10/4), Saalmann (8), Niese (4), Krajnik (3), Voß, Steinhoff (je 2), Uibel, M. Seher (je 1).

Verbandsliga; Herren: TV Ratingen - TuS Wermelskirchen 33:29 (17:11) - Die durch Erkrankungen und Verletzungen bescheidene Trainingswoche sowie das Fehlen von Spielmacher Jens Schnellhardt waren in der Anfangsphase der Partie sowie in der Schlussphase der ersten Hälfte zu spüren. Der TuS geriet zunächst mit 1:5 in Rückstand, schaffte beim 9:11 den Anschluss (24.) und musste bis zur Halbzeit einen 11:17-Rückstand einstecken. "Vor allem in der zweiten Hälfte haben wir ein super Spiel gemacht. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben gegen diesen starken Gegner wirklich alles gegeben. Deshalb bin ich trotz der Niederlage auch nicht unzufrieden", erklärte TuS-Coach Braco Sladakovic. Dessen Schützlinge, bei denen sich Niklas Sichelschmidt trotz eines Magen-Darm-Infektes in den Dienst der Mannschaft stellte, boten den favorisierten Gastgebern bis zum Schluss Paroli. Beim 26:29 (53.) hatten sie sogar zwei Mal die Gelegenheit, noch näher an Ratingen heranzurücken, doch zwei klare Chancen wurden ausgelassen. "Das war die Entscheidung", sagte Sladakovic.

TuS-Tore: Faust (9), Niegetiet (6/4), Hampel (5), Rother (4), Sichelschmidt (2), Schusdzerra (2/1), Biesenroth (1).

Verbandsliga; Herren: SG Langenfeld II - HSG Radevormwald/Herbeck 28:27 (14:14) - HSG-Trainer Markus Eigenbrod forderte von seiner Mannschaft nach zuletzt vier Niederlagen eine deutliche Leistungssteigerung. "Die Einstellung hat definitiv gepasst. Leider haben wir uns nicht belohnen können", sagte der HSG-Coach. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (6:6, 13.) zogen die Gäste zwischenzeitlich auf 7:10 (18.) davon, mussten aber mit dem Pausenpfiff abermals den Ausgleich hinnehmen. Im zweiten Durchgang wechselte die Führung ständig. Nachdem Tim Festag (52.) und Tobias Weber (53.) nacheinander jeweils mit einer Zeitstrafe hinausgestellt wurden, verließen die Bergstädter die Kräfte. "Wir haben auch diese Situation gut weggesteckt, am Ende fehlte uns aber ein wenig Glück. Ein Remis wäre verdient gewesen", meinte Eigenbrod.

HSG-Tore: Broch (8), Seifert (6), Festag (5), Dietzel (3/2), Blum (2), Breuer, Sahan, Weber (je 1).

Landesliga; Herren: HC Wermelskirchen - ATV Hückeswagen 24:30 (10:15) - Nur bei der 2:0-Führung sah es im Derby gut für die Gastgeber aus. Im Anschluss hatten die Schlossstädter das Sagen. "Die Zuschauer haben nur in den Anfangsminuten ein umkämpftes und enges Derby gesehen. Danach haben wir gezeigt, wer der Herr im Ring ist. Da hat sich vor allem unser breiter besetzter Kader positiv bemerkbar gemacht", erklärte ATV-Trainer Sebastian Mettler zufrieden. "Wir haben alles gegeben", versicherte HCW-Spielertrainer Shahrokh Rezaloo, dessen Team aber zunehmend die Kräfte verließen: "Wir haben den Kader mit Spielern der zweiten Mannschaft aufgefüllt, die vorher schon gespielt hatten." Bester HCW-Schütze war der hochgewachsene Neuzugang Daniel Gnech.

HCW-Tore: Gnech (8), Heddrich (6), Müller (5/3), Streit (3), Rezaloo (2). ATV-Tore: Becher (7/5), Graf, Lars Frischmuth (je 5), Moraczewski, Lucas Frischmuth, Schmidt (je 3), Hoffmann, Sielmann, Scheider, Sperling (je 1).

Landesliga; Herren: Bergische Panther II - Team CDG/GW Wuppertal ausgefallen - Unverrichteter Dinge verließen die Teams die Schulberghalle, nachdem alle Anwesenden vergeblich auf den angesetzten Schiedsrichter gewartet hatten. Auf einen "Aushilfsschiedsrichter" wollten sich die Gäste aus Wuppertal nicht einigen. Ihnen kam die Absage gelegen, da sie nur mit einer Rumpftruppe angereist waren.

Quelle: RP
 
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