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Aus Den Vereinen
"Wir leben von der Hand in den Mund"

Remscheid. Remscheider Betriebssport-Kreisverband verzeichnet Mitglieder-Schwund und erhöht drastisch die Beiträge. Von Gerhard Pick

Der Betriebssport-Kreisverband Remscheid hat am Samstag bei seinem Kreistag mit deutlicher Mehrheit eine 30-prozentige Beitragserhöhung beschlossen. Damit soll eine seit Jahren regelmäßig zu Jahresbeginn drohende Liquiditätslücke von mehreren tausend Euro für die Zukunft geschlossen werden.

Der Kreistag stimmte für den Vorschlag des BKV-Vorsitzenden Rainer Sondern, den Beitrag bereits in diesem Jahr um 4,50 Euro pro Monat und Mitglied zu erhöhen, bevor ab 2017 die eigentlich für nötig gehaltene Erhöhung um sechs Euro erhoben wird. In einer engagiert geführten Diskussion hatte der BKV-Chef zuvor die Delegierten von der Notwendigkeit überzeugt. Der Vorstand habe im Januar vorigen Jahres die drohende Zahlungsunfähigkeit des Kreisverbands nur mit eigenen Zuschüsse abwenden können, berichtete Sondern. Eine anlässlich des 60-jährigen Bestehens des BKV geplante Feier sei ersatzlos gestrichen worden. "So geht es nicht", bedauerte Sondern, und Geschäftsführer Christian Engelberg ergänzte: "Wir leben von der Hand in den Mund."

Die Finanznot ist nicht das einzige Problem der Betriebssportler. Ihre Mitgliederzahl hat sich in den letzten 20 Jahren deutlich reduziert und ist von gut 2000 auf inzwischen 1250 Mitglieder in 38 Vereinen gesunken. Ein Trend, der nicht nur den Betriebssport trifft, aber als ein Grund für das jährliche Finanzproblem im Januar gesehen wird.

Mit Sorge schilderten Rainer Sondern und Christian Engelberg in ihren Geschäftsberichten die mangelnde Unterstützung. "Ich musste leider feststellen, dass mahnende Worte über Mitgliederschwund oder Vereinsauflösungen die breite Masse nicht interessiert. Auch der Versuch, neue Sportarten im BKV Remscheid einzuführen, scheiterte", schrieb Geschäftsführer Engelberg in seinem Geschäftsbericht. Er kündigte darin zudem an, "dass ich definitiv in zwei Jahren nicht mehr zur Neuwahl antreten werde, weil ich es einfach satthabe, als Bittsteller zu arbeiten".

Quelle: RP
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