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Remscheid
Sportvereine spielen mit Flüchtlingen

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft
Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller
Remscheid. Über ein breites Sportangebot sollen die Kontakte mit den Kindern aus den Heimen verbessert werden. Von Gerhard Pick

Stadtsportbund, kommunales Integrationszentrum und BAF (Verein Begegnen, Annehmen, Fördern) arbeiten zusammen bei dem Versuch, Flüchtlinge über den Sport zu integrieren. Nachdem der Sportbund bereits Anfang des Jahres Vereine aufgefordert hatte, sich an der Sondermaßnahme Sport für Flüchtlinge in NRW zu bewerben, verschärfte er nach den Sommerferien das Tempo und suchte in direkten Kontakten die Verbindung zwischen Vereinen und Flüchtlingen zu verbessern.

Mit Erfolg, denn am Samstag voriger Woche machte sich Stadtsportbund-Geschäftsführerin Daniela Hannemann mit Vertretern mehrerer Vereine vor Ort an der Freiheitsstraße ein Bild von dem, was die Menschen dort bewegt. Gestern boten Mitglieder des Remscheider Turn-Vereins auf einem Spielgelände vor den Unterkünften bereits den Kindern ein freies Spiele-Angebot. "Wir wollen heute erste Kontakte knüpfen", erklärt RTV-Mitglied Mareen Aab die Aktion, die von den Kindern gleich begeistert angenommen wurde.

Fotos: Große Hilfsbereitschaft am Dortmunder Hauptbahnhof FOTO: dpa, mjh

Die vom RTV-Team mitgebrachten Pedalos, Hula Hoop-Reifen und Hüpfbälle wurden gleich ausprobiert und das Spiel damit immer wieder stolz präsentiert. Einige Stunden lang ließen RTV-Vorstandsmitglied Daniela Gradante und ihr Team die Kinder spielen, und knüpften so gute Kontakte. Trotz einiger Sprachprobleme. Man spricht Deutsch, Englisch und Arabisch. "Manche sprechen schon sehr gut Deutsch", lobt Mareen Aab, was wohl damit zu tun hat, dass einige Kinder zur Schule gehen. Mit dem "Erstkontakt" ist die Aktion für den Remscheider TV allerdings nicht beendet. Am 26. September geht es in den RTV-Hallen an der Theodor-Körner-Straße mit dem "Hallenspielplatz für Kinder" weiter. Dort können sich die Flüchtlinge auch über die dortigen Anlagen und Sportmöglichkeiten des Remscheider Großvereins informieren, die ihnen weitgehend offen stehen. "Bis auf Sportarten, die aus Sicherheitsgründen ein Verständnis der deutschen Sprache erfordern, wie Schwimmen oder Bogenschießen, sind alle Sportarten offen", sagt Mareen Aab. In Aktion treten am Wochenende auch die beiden anderen Teilnehmer des Orientierungsbesuchs, Shotokan Karate und Reinshagener TB. Shotokan-Chef Bodo Monschau hat angekündigt, am Samstag Flüchtlinge von der Freiheitsstraße zum Shotokan-Karate-dojo in die Ludwigstraße holen zu wollen. Am Samstagnachmittag bindet der Reinshagener TB die Menschen aus der Freiheitsstraße in sein eigenes Sportprogramm ein. "So kommt man besser an die Menschen heran, die sonst eher Scheu haben, sich in eine ungewohnte Umgebung zu wagen", begründen die Initiatoren das Projekt.

Quelle: RP
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