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Remscheid
Springmaus-Alarm in Lennep

Remscheid. Beim bestens besuchten Karnevals-Auftritt des beliebten Improvisationstheaters in der Klosterkirche blieb einmal mehr kein Auge trocken. Das dreiköpfige Ensemble sorgte für Gelächter und gute Laune rund um die fünfte Jahreszeit. Von Wolfgang Weitzdörfer

REMSCHEID Als ginge es allerorten in der fünften Jahreszeit nicht schon verrückt genug zu: Am Vorabend zur Weiberfastnacht herrschte dann auch noch Springmaus-Alarm in der nahezu ausverkauften Klosterkirche in Lennep. Irgendwie war das ja fast wie ein Familientreffen, sind die Springmäuse doch regelmäßig zu Gast in Lennep. Zuletzt waren die Improvisations-Giganten aus dem Rheinland ja noch in der Vorweihnachtszeit zu Gast.

Ging es damals noch um den ganz normalen Weihnachts-Wahnsinn, waren es am Mittwochabend typische Karnevalsthemen, die das Trio Sandra Sprünken, Alexis Kara und Gilly Alfeo auf gewohnt abwechslungsreiche und natürlich urkomische Art und Weise improvisierte. Die Grundzutaten waren bekannt. Das gemeinsame Namen-in-den-Raum-Brüllen zur Begrüßung etwa. Oder das Sprache-wechsle-dich-Spiel, bei dem Laura aus Lennep den Laptop bedienen durfte und dafür sorgte, dass Kara und Sprünken zwischen Deutsch und "Russisch" hin und her wechseln mussten. Und ja, auch die insgesamt acht "Freiwilligen" aus dem Publikum gehörten einfach zur Springmaus-Show dazu.

Was den zweistündigen Auftritt aber wieder mal so außergewöhnlich und bemerkenswert machte, war die Individualität in der Routine: Schließlich konnten die Springmäuse ja nicht wissen, was das Publikum ihnen an Genres, Begriffen oder Themen vorsetzen würde. Besonders grandios zu erleben war das im Finale, bei dem traditionell die Lebensgeschichte eines Paares zuerst erfragt und dann nachgespielt wurde. Guido und Angelika aus Wuppertal erzählten Alfeo, wie sie sich kennenlernten, was sie an Karneval so machten und überhaupt so den einen oder anderen Schwank aus ihrem Leben. Und aus dieser etwa dreiminütigen Befragung machte das Springmaus-Trio dann eine fast halbstündige Theateraufführung mit all den wichtigen Stationen aus dem Leben des Wuppertaler Paars. Davor konnte man nur einmal mehr den Hut ziehen, denn nicht nur mussten die Springmäuse ganz genau zuhören. Auch die Umsetzung in ein flüssiges und wie einstudiert wirkendes Theaterstück war eine herausragende Leistung.

Karneval war das Überthema des Abends - wohl aber auch die Flucht vor demselben. Gerade in Köln sei das ja ein beliebter Sport, scherzte Alfeo. "Man könnte ja in die Sauna gehen. Mal mit, mal ohne Emotionen", sagte er und ließ seine Kollegen dann genau das spielen: mit den Emotionen Wut, Panik, Trauer und Leidenschaft. Letztere wurde leider genau dann unterbrochen, als es interessant zu werden begann.

Ein immer wieder gern genutztes Element war dann auch die Genre-Achterbahn. Diesmal sollten die drei Springmäuse ein Karnevals-Buffet vorbereiten - mit Mettigel und Frikadellen. Herrlich anzusehen war es dann, als dies in den verschiedensten Genres geschah: Eifelkrimi, Erotik, Flower Power, Western, Techno und zum dramatischen Abschluss Musical/Oper.

Die Besucher, übrigens nur zu einem geringen Teil aus Lennep, waren ebenfalls bestens drauf. Das zeigte sich etwa darin, als man sich die pantomimische Darstellung des Karnevals in Nordkorea wünschte. Für eine echte Springmaus war das natürlich kein Problem. Was nur ein weiterer Beweis für die große Klasse des Ensembles war.

Quelle: RP
 
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